Das wirklich wunderbarste am Reisen mit dem Buch sind neben sehr bereichernden Begegnungen mit Menschen, die Möglichkeiten zum Museumsbesuch. Habe ich Zeit und Gelegenheit, nutze ich sie. Hier also eine kleine Zusammenfassung der letzten Besuche in Dresden, Mainz und Erfurt.
Dresden

Bestimmt 20 Jahre war ich nicht mehr in der Stadt und konnte einen ganzen sonnigen Nachmittag nutzen, herum zu stromern. Das letzte mal war ich auf Klassenfahrt im Zwinger. Damals sagten die Lehrer*innen uns, wo wir hingehen sollten, dieses Mal konnte ich es selbst entscheiden. Meine Highlights, abgesehen von den Alten Meistern waren die Tiere der Porzellansammlung. Die großen Figuren mit teils menschlichen Gesichtszügen machen einfach Freude. Hier im Bild habe ich das berühmte Nashorn nach einem Holzschnitt von Dürer gefertigt. Ein Bild des Originals zu verwenden war, wie so oft in unserem Land zu aufwändig. Hier aber kann man es sich in der Online Sammlung der Staatlichen Kunstsammlung ansehen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Januar 2019 zu sehen. Eintrittspreise: regulär 12 €, ermäßigt 9 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 11 € | Öffnungszeiten: Täglich 10-18 Uhr, Fr 10-20 Uhr, Montag geschlossen
ICOM-Karten werden in der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden akzeptiert. Allerdings musste ich mir in jeder Sammlung eine neue Karte holen. Fotografieren ist für den persönlichen Gebrauch ohne Blitz und Stativ möglich. Geschütze Objekte, die nicht fotografiert werden dürfen, sind markiert. Ich habe nicht fotografiert, da ich analog unterwegs bin und inzwischen lieber ganz ohne Kamera unterwegs bin. Die Tickets für alle Häuser der Kunstsammlungen können sehr praktisch auch schon im Vorfeld online erworben werden.
Mainz

In Mainz hatte ich nicht all zuviel Zeit, ich wusste aber, was ich unbedingt sehen wollte: Das Isis und Mater Magna Heiligtum. Nachdem Mikel Bower schon einen Besuch beschrieb, wusste ich, ich muss dort auch hin. Endlich war nun Gelegenheit dazu. Gefunden und rein und überaus nette Mitarbeiterinnen, Eintritt frei und eine persönliche Einführung durch eine Mitarbeiterin, Laura Müller, ganz für mich allein. Deren Begeisterung für den Ort steckte mich, die ich schon im Vorfeld begeistert war, noch mehr an. An diesem kleinen Ort, an dem sich durchweg Originale finden, erfuhr ich nicht nur etwas zur Geschichte, zur Entdeckung und Schlussfolgerung, um was es sich handle, sondern auch viel zur Arbeit und den Kämpfen der Archäolog*innen vor Ort. Zum Hintergrund. Dieses Heiligtum ist das einzige seiner Art nördlich der Alpen. In Aachen gibt es einen Hinweis auf einen ähnlichen Ort, allerdings keine Funde. Das Heiligtum, von dem wir die (versetzten) Überreste sehen können, ist nur ein kleiner Teil eines größeren Areals, das im Zuge des Baus einer Einkaufspassage gefunden wurde. Das Museum ist ein Kompromiss zwischen Verschwinden und Zeigen. Es wird aus Spenden finanziert. Die Stadt Mainz beteiligt sich, trotzdem der Ort sicherlich einer der Highlights ist, nicht. Kleiner Hinweis, im kommenden Jahr gibt es eine Sonderausstellung.Die Ausstellung, auch ohne Laura Müller, ist gut aufgearbeitet. Die Ausstellung ist nicht überfüllt, die Texte nicht ermüdend. Hörspiele, Videoeinspieler lockern den Besuch auf. Die Präsentation und Erläuterung der gefundenen Opfergaben ist mit Sicherheit ein Highlight. Das Museum ist klein und wie ich finde besonders wertvoll. Die Stadt sollte ihr fehlendes Engagement überdenken.
Da ich extra auf den wirklich guten Wikipediaartikel verwiesen wurde, möchte ich das auch tun. Geöffnet Montag bis Samstag 10 – 18 Uhr, Eintritt frei. Um Spenden wird gebeten.
Erfurt
Den Museen des „jüdischen Erfurts“ werde ich wohl einen extra Beitrag widmen. Mein Herz allerdings schlug höher, als ich am Haus zum roten Ochsen in Erfurt die Ankündigung Analog & Schwarzweiß: Fotografie in Westdeutschland 1945 – 2000 aus der Sammlung Schupmann sah. Nun sagt mir der Name Schupmann sehr wenig, mein Herz aber schlägt seit einiger Zeit sehr für die Analogfotografie. Zum Glück hatte ich noch etwas Zeit bevor mein Zug nach Hause ging, Zeit genug, hier einen Blick in die großen Räume zu werfen. Zu sehen ist die Sammlung an Schwarzweißfotografie, die der Arzt Michael Schupmann seit den 70er Jahren sammelte. Darunter auch große Namen wie z.B. Bernd und Hilla Becher und Barbara Klemm. Selbst kein Namenmensch, sondern eher visuell, erkannte ich auch andere Arbeiten wieder, wie z.B. André Gelpkes Bild Sylt.
Etwas verwirrend das „Westdeutschland“ im Titel, denn auch Fotografien aus den sogenannten neuen Bundesländern sind vertreten. Pressefotografie, klassische Portraits und eher experimentelle Arbeiten geben einen runden Eindruck der Möglichkeiten und für Analogpassionierte auch eine Menge Inspiration. Was mir persönlich besonders gut gefiel: Die Reihe der Portraits der Fotograf*innen am Ende der Ausstellung. Eine großartige Idee, die Michael Schupmann hier verwirklicht hat. Seine Portraits allein wären schon eine Ausstellung wert.
Fotografieren ist nicht gestattet. Schön wäre, wenn man sich willkommener fühlen würde, als mit dem Personal vor Ort. Da kann man noch etwas verbessern.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Januar 2019 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 – 18 Uhr, Donnerstag: 11 – 22 Uhr | Eintritt regulär 6,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro. ICOM Karten werden akzeptiert. Am ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei. Von Berlin aus ist ein Tagesausflug gut machbar – und Erfurt hat noch mehr zu sehen. Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr.
photo credit ganz oben: www.ilkkajukarainen.fi 6Q3A1589 via photopin (license)
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