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Chanukka

Chanukka ist still in diesem Jahr. Ich schramme an einer Erkältung lang, mein Kopf verträgt die plötzliche Wärme des Draußens nicht und die Dunkelheit, die Dunkelheit.

Doch dann kommt Chanukka, das ruhige Fest des Winters. Es gibt keine Sufganiot bei uns, keine Latkes. Nur die Kerzen, die nun schon wieder erloschen sind. Diese Woche, in der ich nicht an jedem Tag die Kerzen werde zünden können, doch die Woche, die diese halbe Stunde Ruhe gibt, wenn sie brennen. Die Woche, die das Licht anders brennen lässt, die Gewissheit über Siege gibt, selbst wenn es aussichtslos scheint. Die Woche, die ein wenig über Wunder schmunzeln und manchmal auch glauben lässt. Ganz ohne Kitsch kommt es daher bei uns Zuhaus. Ganz ohne irgendwas. Nur Licht und der Wunsch und die Gewissheit, dass das Minuten der Ruhe sein werden.

Auch, wenn es weniger darum geht, werden auch hier irgendwann in dieser Woche die unvermeidlichen Latkes brutzeln und irgendein Pfannkuchenartiges wird auch seinen Weg in die Mägen finden. Vielleicht aber auch nicht. Wir werden sehen.

So lange aber allen die feiern und jenen, die einfach nur etwas Licht brauchen.

Schöne Chanukkatage

חג חנוכה שמח

 


Das Video wurde auf Twitter von Sabine Kamp für die Reihe #Hanukkakitsch gefunden.
photo credit: justmakeit Mmmmm, sufganiot via photopin (license) 

2 Kommentare

  1. Sehmus El Sehmus El

    Wünsche dir schöne Chanukkatage und Danke für das tolle Buch „Schonzeit Vorbei“ !
    Mit freundlichen Grüßen

  2. Thomas Becker Thomas Becker

    Habe eben die Sendung Talk am Sonntag entdeckt und direkt interressiert zugeschaut/gehört. Selten, dass man Juden im TV erlebt; und dieses erfrischende Gespräch,-deutsch-jüdisch, aufschlussreich und informativ aber leider auch traurig, da allen Ernstes darüber nachgedacht werden muss, unser, das eigene Land verlassen zu wollen/müssen, weil die Köpfe und Herzen anscheinend immer härter und hohler werden. Was kann man da sagen, was tun ?Ja, auf keinen Fall schweigen- sich wehren.
    Anscheinend heulen immer mehr Menschen mit statt sich zu hinterfragen, zu reflektieren, zu reden…..
    Doch ich denke, dass die Gesellschaft sich immer weiter von Werten entfernen, die es Wert sind, von Moral, die lebenswichtig ist, von Verbindlichkeiten, die verbinden statt zu trennen. Hass und Dummheit sind oft nur die Früchte einer Verrohung, die daher rührt, dass Menschen sich nur nach eigenen Bedürfnissen und egozentrischen, selbstverwirklichenden Dingen trachten ohne den anderen, den Mitmenschen in seiner wertvollen Andersartigkeit, Originalität sehen zu wollen/können. Was der Bauer nicht kennt, ißt er nicht. Ich bin auf jeden Fall froh, dass es solche Menschen wie sie gibt, die uns das Judentum wieder etwas näher bringen.
    Ich bin praktizierender Christ und weiß auch um Ausgrenzung aufgrund des Glaubens-kann durch Geduld, Vergebung und Gebet Belastungen besser aushalten und weiß um einen lebendigen, liebenden Gott-übrigens den gleichen wie den der Juden- und bin froh, dass sie doch noch weiter und lange diesen Blog betreiben- und hoffentlich auch noch lange in Deutschland- der Herr segne sie.
    LG, Thomas Becker

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