Ein charmantes Buch, das jüngst erschien, greift eine solche Geschichte auf. Ein Berliner Paar gelingt die Flucht nach England. Mit dabei ihre kleine Tochter Ilse, deren Name prompt anglisiert wird. Aus Ilse wird Elizabeth. Doch scheint sie als einzige wirklich Englisch zu werden. Ihre Eltern sind gespalten. Der Vater tut alles, um ein wirklicher Engländer zu werden. Helfen soll ihm dabei ein kleines Pamphlet, dass den deutschen Einwanderern in die Hand gedrückt wurde, um ihnen (sicher in gutem Willen) zu helfen, in der neuen Heimat „anzukommen“. Herr Rosenblum erweitert diese Liste um ein Vielfaches – und scheint doch nie anzukommen. Frau Rosenblum ist im Gegensatz zu ihrem Mann noch mehr der Vergangenenheit und denen verbunden, die sie zurücklassen mussten – und die umkamen. Ein Gegensatz, der Konflikte birgt.
All dem geht dieses Buch dennoch charmant nach. Es brachte mich trotz allem zum Lachen, zum Schmunzeln aber es rührte mich auch wirklich zu Tränen. Ein gelungener Versuch, die Dramatik des Verlustes und der erzwungenen Neuorientierung in ein schönes Buch zu fassen. Und letztlich ist es auch eine Liebeserklärung an England, an Dorset mit seinen Legenden und eigentümlichen Bewohnern. Einer Welt, die es auch heute nicht mehr gibt.
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