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Gesellschaftsfragen

Die Schlagzeilen eines Angriffs eines Kippa tragenden Mannes, sie sind verschwunden. Er war kein Jude. Es ändert an der Tatsache nichts. Die Übergriffe, die Verletzungen, die Jüdinnen und Juden in diesem Land, in Europa erleben, sie sind selten Schlagzeilen wert. Sie sind alltäglich geworden. Wie kann es sonst sein, dass Übergriffe auf Synagogen – sie geschehen statistisch alle zwei Wochen – kaum Aufmerksamkeit erregen? Immer sind die Anderen Schuld. Die Geschichte, der Staat Israel, die Flüchtenden. Woran es aber nicht zu liegen scheint: am Scheitern unserer Gesellschaft, die offenbar überall Gründe sucht, nur nicht bei sich selbst. Der Antisemitismus und Rassismus wird nicht bekämpft, indem man am 27. Januar Blumen am örtlichen Denkmal niederlegt, getragene Reden, man am 9. November Stolpersteine putzt oder mit der Schule eine KZ-Gedenkstätte besucht. Wenn das Hier und Jetzt ausgeblendet wird, immer neue Ausreden für den lauten Hass gesucht und gefunden werden, nur nicht im Inneren der Gesellschaft, dann sind wir Weltmeister des Gedenkens keinen Schritt weiter. 

Offenes jüdisches Leben ist scheinbar nur in Form von Klezmerkonzerten und Kulturfestivals möglich. Juden als Denkmal ja, als Bürger dieses Landes lieber nicht. 

In den letzten fast zwanzig Jahren haben sich die Dinge dramatisch verändert. Die Koffer, die, wie Sigmund Königsberg, Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde Berlin sagte, in die Keller geräumt wurden, sie wurden wieder hervorgeholt. Auch ich habe sie griffbereit. Reisezeitpunkt, Destination unbekannt. Ein Leben auf dem Absprung. Ein Leben ohne Planung, ohne lange Ziele. Langsam hat sich das entwickelt, ist schleichende Normalität geworden. Es waren nicht die offenen Angriffe, die Beschimpfungen die ich offen und übers Netz erfuhr. Es war das Schweigen der Gesellschaft, das Schweigen meines Landes, das scheinbar nur mit einem wiederholten „Nie wieder“, „Wehret den Anfängen“ reagieren kann – Anfänge, die längst ein Mittendrin sind. 

Ein Land, in dem Mord, Flucht und Vertreibung auf die eine oder andere Weise zu den Familiengeschichten gehören, ein Land wie dieses sollte zu mehr als der Veröffentlichung von Statistiken in der Lage sein, sollte mehr nur Symptome des Hasses bekämpfen wollen. Der Hass auf Unbekanntes, er ist nicht importiert, er hat hier einen seit Jahrhunderten gepflegten Nährboden, auf dem er prächtig gedeiht.

Zivilcourage beginnt, wenn man mobbenden Mitarbeitern am Arbeitsplatz Einhalt gebietet, wenn man der Lästerei über die Kleidung des schwulen Nachbarns widerspricht, wenn man sich nicht fragt, ob der Bewerber mit nicht biodeutschem Namen genügend Leistung bringt. Der Hass kann jeden treffen. 

Ich will meine Koffer wieder in den Keller räumen. Allein werde ich es nicht schaffen. 

 

Nachtrag aus gegebenen Anlass:
Um es noch einmal sehr deutlich zu machen. Ich lasse mich nicht für Hass auf Muslime, auf Geflüchtete oder auf die Regierung vereinnahmen. Wer die Lebensbedingungen, die traumatischen Erlebnisse der Menschen außer Acht lässt, wer nicht sehen will, welche lange Diskriminierungstradition sogenannte Migranten und ihre Kinder in unserem Land erleben, darf nicht erwarten, dass sich die Dinge ändern. All das, was wir heute erleben hat eine Geschichte von Diskriminierung und Benachteiligungen voraus. Diese Probleme sind nicht gelöst, wenn wir Menschen wieder in die Gefahr schicken. Der Hass auf sie, er würde sich wieder verlagern auf andere Menschen, die nicht abgeschoben werden können. Der Hass, er beginnt mit den Juden, er hört aber nie bei ihnen auf. Der Hass in Ihnen ist das 
Problem. 

“Du sollst einen Fremden nicht bedrücken, weil du die Gefühle des Fremden kennst, denn fremd warst du im Land Ägypten« (2. Buch Mose 23,9)”

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27 Kommentare

  1. Beate Winzer Beate Winzer

    Was auch immer mensch unternimmt, es scheint immer zu wenig.

  2. Rolf Sayre Rolf Sayre

    Nichts zu tun ist aber auch keine Lösung. Ich erinnere mich noch als ich Anfang der 80er Jahre das Buch von Leʾah Fleischmann, Dies ist nicht mein Land. Eine Jüdin verlässt die Bundesrepublik, las. Ich war damals schwer bewegt und das Buch hat meine Wahrnehmung grundlegend verändert. Ende der 90er Jahre zog ich nach New York und war überrascht wie gut da das zusammenleben klappt. Als ich 2006 nach München zog fiel mir in Unterhaltungen immer wieder der feindselige Ton in Bezug auf Juden auf. Es war leider kein Einzelfall, dass sobald sich die Leute sicher fühlten, die Scheu verloren, offen über ihre Sicht der Dinge zu reden. Ich war oft erschüttert.

  3. Ackermann Ackermann

    Heij,
    das Face ist schon vereinnahmend!, aber was soll das Viech (Ratte?) auf der Schulter? Üble Erscheinungen werden ja zurecht beklagt, doch vermisse ich den Versuch einer gesellschaftsrelevanten Ursachenbeschreibung. Nur zu klagen, bringt es mMn nicht. Jedenfalls liegt manches im Argen, wenn z.B. das Rap-Gedudel von/aus halbgaren Junghirneneine allgemeine Bewunderung erfährt.
    Ich lese jeden Tag Marx, Bloch, Adorno, Arendt und andere Koryphäen. Was soll ich als Nicht-Jude denn noch machen?

    • jim jim

      Widersprechen!

    • Fritz Fritz

      Dieser Eintrag erscheint mir: zivilreligiöser Art zu sein. Warum lesen Sie nicht täglich in der Bibel?

  4. Wolli Wolli

    Nun, ich bin Jg. 60, meine Familie war nicht in die Nazi-Ära involviert (Arbeiter/SPD), und ich glaubt lange, diese Land habe irgendetwas aus seiner dunklen Geschichte gelernt.

    Mir wird zusehends klar: Das war ein Irrtum. Allerdings ein noch viel fatalerer, als es gemeinhin in diesem Kontext gedeutet wird – nicht die paar verblödeten „Ewiggestrigen“ (Pardon!) sind die Träger der größten Bedrohung von Freiheit und Aufklärung, Die Feinde – und mit ihnen die Antisemiten – kommen in großer Zahl von Links, den Grünen, aus der Öko-Bewegung und den Kirchen, den Globalisierungskritikern und den „Menschenrechtsgruppierungen“.

    Sie stehen oft erkennbar in der Tradition des ideologischen Untergrunds des Nationalen Sozialismus, nur dass sie ihn heute zu einem Internationalen machen wollen, sei es etwa der Lebensreformbewegung, der fortschrittsskeptischen Naturbewegung oder der kollektivistischen Konzepte des Sozialismus.

    Aufklärung, Humanismus und Liberalismus sind ihnen insgeheim verhasst, die kollektivistische Gleichschaltung der Gesellschaft unter ihrer Ideologie, gestern die Deutschen als Rasse-Weltmneister, heute als Moral-Weltmeister formen will, incl. eines immer gern gebrauchten Welt-Verschwörungsszenarios, in dem „dem Juden“ ein prominenter Ort als Hauptschuldigem fest reserviert ist, ist ihr Mantra.

    Ich bin angesichts dieses Deutschland weitgehend hoffnungslos – für die Freiheit und Aufklärung, aber auch für unsere jüdischen Mitbürger. Allerdings: Was dieses Volk schon alles schultern musste und geleistet hat – es wird sich auch nicht von dem sich wieder erhebenden hässlichen Deutschland unterkriegen lassen!

    Für betroffne jüdische Mitbürger dennoch eine Katastrophe und für unser Land vielleicht wirklich das mittelfristige Ende und der dann zu Recht erfolgende NIedergang unter der Last türisch- und arabischer-muslimischer Massen-Migration. Wir haben es wohl historisch nicht besser verdient.

  5. Jan Werner Jan Werner

    Sehr geehrte Frau Grossmann,
    Ich verstehe Ihre Ängste und Sorgen die ich ebenfalls teile. Im komme aus dem Osten des Landes, dem man oft nachsagt eher rechtsgerichtet zu sein. Das sehe ich anders, Fakt ist aber, dass ich niemanden kenne, der in irgendeiner Art gegen Juden ist. In meiner Kindheit wurde das Wort mal als Schimpfwort benutzt, dass war noch in der DDR. Für mich ist diese Art der Hasses importiert. Sicher gibt es auch Menschen die hier schon länger leben, die Verschwörungstheorien viel glauben, dennoch ist diese massive Gewalt gegen Juden ein eingeschlepptes Problem. Ich persönlich bin traurig das ich keinen Juden kenne, es ist nicht so das ich denke das es bessere Menschen sind, aber ich bin interessiert an ihrer Geschichte und Kultur. Ich persönlich erwarte leider keine baldige Normalität. Ich bin darüber sehr traurig aber es liegt nicht an diesem Land, nicht dieses Mal. Es liegt an Politikern, die solche Gefahren noch immer verharmlosen. Mit freundlichen Grüßen J.Werner

    • Patricia Patricia

      Hallo Werner,
      Vielleicht kennen Sie doch Juden.

      Ich erinnere mich an meine Kindheit, als eine damaligen Klassenkameradin erfuhr, dass ich Jüdin bin. Ihre Reaktion: das hätte ich nie gedacht. Ich fragte sie,, warum sie das nie gedacht hätte und sie antwortete: Du bist so normal, du bist wie alle anderen.

  6. Jan Werner Jan Werner

    Nachtrag. Sie haben Recht, es ist eine Schande das niemand eingegriffen hat. Sie wissen aber warum. Die Menschen haben Angst. Bei Tätern aus diesem Kulturkreis ist schnell ein Messer bei der Hand. Wir lesen es täglich in den Zeitungen.

  7. Dorothee Metz Schreiber Dorothee Metz Schreiber

    Ich, jahrhang 1972 bin erstmals diese Woche im wohlstandsviertel harvestehude /Hamburg mit diesem deutsch bürgerlichen Antisemitismus in Kontakt gekommen.
    Im Haus ist eine Wohnung zu vermieten. 170qm / 2700€.
    Offen ausgesprochen durch den Makler. Die Besitzerin wünscht nicht an Juden zu vermieten.
    Ja. Es gibt ihn den deutschen Antisemitismus!

  8. Alexa Wader Alexa Wader

    Ich bin erschüttert, wenn ich lese, dass das schon 20 Jahre so gehe mit den Anfeindungen. Im Radio/TV keinen Alarm gehört od. gesehen. Denke, das Übel kommt von den Arabischen, die hierher geflutet sind? Nach dem Gürtelangriff getraue ich mich nicht mehr, eine kleine israelische Flagge aufs Auto zu kleben. Aus Beistand u. Solidarität. Befürchtung von Zerstörung. Das darf nicht sein.
    Und den täglichen Anblick von immer mehr Kopftüchern und akustischer Selbstüberzeugung unter Beschädigung des Jüdisch-Seins habe ich allein nichts entgegenzusetzen außer Obacht und Widerspruch in meiner eigenen Umgebung. Nicht gut.

    • Anna Anna

      Liebe Alexa,

      ich war ebenfalls erschüttert, als ich hier gelesen habe, wie alltäglich die antisemitischen Anfeindungen in Deutschland sind – und wie wenig darüber berichtet wird! Das macht mir Angst!
      Aber nicht nur Juden sind in Deutschland Anfeindungen ausgesetzt. Auch Muslime werden mit Vorurteilen konfrontiert und abgewiesen.
      Und – leider – Menschen, die rein äußerlich als “nicht deutsch” eingeordnet werden. Wie etwa die “Arabischen” und die “Kopftücher”, von denen du sprichst.

      Es macht das Leben für Juden, die Antisemitismus ausgesetzt sind, nicht leichter, wenn sie als Ausrede benutzt werden, um über Migranten herzuziehen.
      Bitte behalte das im Kopf und sprich über arabisch aussehende Menschen und Muslime genau so respektvoll, wie du dir wünschen würdest, dass über Juden gesprochen werden soll!
      Vielen Dank, Anna :)

  9. Simone Simone

    Eigentlich wollte ich meinen Teil zu der Debatte dazu Broterwerb. Aber nach längerem Nachdenken kann man diese Thematik nicht in fünf Sätzen abhanden. Auf jeden Fall geht die Aggression gegen andere Menschen überhaupt schon Mal gar nicht. Jedes Individuum verdient erst einmal Respekt. Jüdisch sein ist eine Religion und irgendwie geht es hier so etwas wie wohl um Religionskriege. Das Thema ist einfach zu komplex. Ich denke, dass den Leuten nicht bewußt war um was es hier ging. Manchmal realisiert man erst später was in einer Situation passiert. Natürlich muss man Gewalt egal welcher Art sofort unterdrücken egal ob gegen Kinder Senioren oder andersgläubigen. Juden sind nicht anders als andere Menschen auch. Es fließt Blut durch die Adern wie bei jedem Lebewesen. Will heißen, dass Juden genauso akzeptiert sind wie alle anderen Religionen. Da ich selbst erst vor einigen Jahren erfahren habe jüdische Wurzeln zu haben dies aber totgeschwiegen wurde in meiner Familie und ich ohne dieses Wissen Als evangelisch getauft spàter ausgetreten aufgewachsen bin sehe ich vielleicht die Dinge nicht ganz so irre dramatisch. Natürlich muss bedingungslos weiter aufklàrung betrieben werden und ein wachsames Auge auch medial behalten werden. Jedoch bin ich mir sicher, das es so etwas wie den Holocaust nicht noch mal geben wird. Mit lieben Grüßen Simone

  10. Bella Bella

    Ich bin durch Bild auf Ihren Blog aufmerksam geworden und gebe vollkommen Recht. Wir (liberal denkende nicht diskriminierende und verachtenden Menschen) müssen gegen solche ekelhaften Handlungen etwas tun. Das Problem ist meiner Meinung, dass es viele Menschen gibt, die nicht helfen. Da ich nich in Berlin wohne, kriege ich live sowas nicht mit, aber wenn greife ich sofort ein.. traurig, auch ich wurde beleidigt als Scheiß Ausländer, von einer Nazibraut die sich bräunt und ihre Haare schwarz färbt Ironie off leider ist es schwer sowas nachweisen zu lassen, wenn keiner zu einem steht. Die deutsche Justiz ist genauso Schuld an solchen Angriffen.

  11. Vesna Vesna

    Erlich gesagt, ich bin in Deutschland geboren und lebe hier mein Leben lang. Ich kenne keine Menschen die jüdisch sind persönlich. Ich kenne viele ItalienerInnen, SpanierInnen, Griechen, Ex-JugoslawInnen, AraberInnen… Vielleicht kenne ich eine Jüdin/einen Juden oder mehrere und weiß es nicht.
    Aber Vorurteile gibt es über viele Bevölkerungsgruppen. Ich bin serbischstämmige Deutsche und habe noch keinen Koffer gepackt. Wohin sollte ich auswanderen woanders haben die Menschen auch Vorurteile?

  12. Simone Simone

    Nachtrag: Hiermit möchte ich mich keinesfalls herausreden, denn auch ich sehe bei Streitigkeiten nicht weg und habe schon des Öfteren die Polizei oder andere Hilfe geholt, da ich leider in meinem Alter nicht mehr die physischen Kräfte eines 20-jährigen Menschen besitze; zwar lege ich mich verbal schon sehr rigide mit meinem Mitmenschen an, wenn es darum geht auf Missstände aufmerksam zu machen.

    Jedoch hat der Nachtrag des Users Herrn Jan Werner schon seine Bedeutung wenn er schreibt: “Sie haben Recht, es ist eine Schande das niemand eingegriffen hat. Sie wissen aber warum. Die Menschen haben Angst. Bei Tätern aus diesem Kulturkreis ist schnell ein Messer bei der Hand. Wir lesen es täglich in den Zeitungen”. Auch dies wäre zu bedenken, denn einmal bekommt man gar nicht so schnell mit worum es denn geht – es sind Sekunden oder Minuten wo man erst einmal realisieren muss, was da eigentlich passiert (ist keine Ausrede sondern lediglich ein Denkanstoß!) um dann handeln zu können. Man könnte ja auch versehentlich den falschen Menschen belangen wollen. Wenn die Situation klar ist, muss man natürlich sofort und vehement eingreifen. Wie ich bereits geschrieben habe, gehen Aggressionen schon mal gar nicht, in der Form schon überhaupt nicht.
    Ich habe jahrzehntelang mit entweder Deutschen oder anderer Nationen jüdischen Glaubens, der entweder gar nicht praktiziert wurde oder gelebt wurde oder auch mit Menschen nicht jüdischen Glaubens die aber Ahnen hatten jüdischen Glaubens in Berlin zusammengelebt, ohne es in diesem Moment zu wissen, gearbeitet und meine Freizeit verbracht. Ich kann nur sagen, dass es – bis auf vielleicht den/die Glauben/Religion – gar keinen Unterschied im Denken, Fühlen und Handeln gibt. Wir alle sind Menschen, denn Aliens gibt es vielleicht nicht?
    Liebe Grüße Simone

  13. Liane Liane

    Wir sind stolz auf unsere Demokratie, aber wir genießen nur die Rechte, auf die wir schnell pochen. Aber in erster Linie ist Demokratie, Verantwortung zu übernehen, für die Freiheit es Menschen neben uns. Wir haben, nach diesem furchtbaren „Dritten Reich“ die Chance erhalten es besser zu machen. Wir sollten ein Beispiel sein für die Welt! Besonders unsere jüdischen Nachbarn und Mitbürger sollten sich hier nie wieder unsicher fühlen. Wir haben Angst uns einzumischen? Eine demokratische Gesellschaft sollte die Erziehung der Jugend zur Zivilcourage als einen unverzichtbaren Baustein zum Erhalt dieser Gesellschaft verstehen. Sonst bleibt der Gedanke: „Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen“ ein Lippenbekenntnis. Freiheit, in der der Nachbar nicht frei und ohne Angst leben kann, ist keine Freiheit.
    Ich jedenfalls mische mich immer ein!
    Ich will sagen und zeigen, dass man Freiheit und ein beschütztes Leben nur genießen kann, wenn jeder Mensch in unserem Land diese Privilegien genauso genießen kann, denn das ist Freiheit!

  14. Cihansus Cömert Cihansus Cömert

    Bisher habe ich zwei Menschen persönlich kennengelernt die Juden sind. Die sind echt in Ordnung. Am Freitag habe ich in Frankfurt drei Juden in der U-Bahn gesehen, einer hatte eine kippa die anderen zwei hatten diesen typischen Hut auf. Mein erster Gedanke, mutig. Der zweite die könnten ärger bekommen.
    Eine Frage habe ich an Sie Frau Grossmann. Was sagen Sie zu der Rede von Benjamin H. Freedman die er 1961 im Willard Hotel gehalten hat. Gerne per Mail.

  15. Hey,
    ich kann dieses Gefühl so gut nachvollziehen. Meine Eltern orientieren sich zunehmend nach Israel und Kanada. Für mich ist das schmerzhaft, ich fühle mich so sehr als Europäerin, dass ich eigentlich hier bleiben will. Derzeit ist Holland das Land meiner Wahl, falls die Zustände in Österreich zu schlimm werden. Mir hat diese Website sehr geholfen: http://global100.adl.org/#map/2015update. Da gibt es ein Ranking, in welchen Ländern du noch am Wenigsten mit Antisemitismus konfrontiert wirst. Ich drücke uns und allen anderen Jüd_innen und angefeindeten Gruppen aber die Daumen, dass Europa die Kurve kratzt. Danke für deinen Beitrag jedenfalls.!

    • Danke Dir für den tollen Tipp mit der Seite, wir tendieren nach Kanada. Die Niederlande fallen raud, ich weiß leider zuviele Hintergründe von dort… Aber ganz wie Du, ich bin mit ganzem Herzen Europäerin, ich will nicht weg

      • Gute Performance Deutschlands (und Österreich), wenn man sich schon darüber austauschen muss, welche Auswanderländerkandidaten ganz oben auf der Liste stehen. Ich würde die Niederlande vorziehen, auch wenn es dort in letzter Zeit zu zahlreichen Übergriffen gekommen ist. Hier gibt es aber eine öffentliche Diskussion darüber und ein entschiedeneres »Nein« der Gesellschaft. Es ist also »weniger schlimm« als an anderen Orten.

        • Vermutlich hast Du recht. Am Ende sehen wir uns dann wohl doch alle dort. Einen Unterschlupf hätte ich zumindest in NL…

  16. Schwenzer Schwenzer

    Sehr geehrte Frau Grossmann,
    ich finde es respektabel, dass Sie sich nicht für den Hass auf Muslime vereinnahmen lassen wollen. Aber: wie bei allen “Ismen” muss hier der Grundsatz gelten: Keine Toleranz ggü. den Intoleranten(Sir Karl Popper), sowie das alte “principiis obsta!”.
    Somit kommt man nicht umhin den dem Islam offenbar innewohnenden Antisemitismus genau und scharf zu benennen. Gleiches gilt für den linken(links=gut????) Antisemitismus. Hier gibt es ja manchmal seltsame Koalitionen (wie ja auch das muslimische Frauenbild von der Linken/den Grünen akzeptiert wird, aber anderes Thema, ich weiß). Ich denke über die Beurteilung rechten Idioten besteht weitgehend Einigkeit, auch wenn es gilt, hier ebenfalls genau hinzuschauen.

    Bitte trauen Sie sich es weiterhin, Ihr Bild über das Judentum in D aktiv darzustellen!
    Matthias

    • Anna Anna

      Hallo Matthias,

      bitte lassen auch Sie sich nicht für den Hass auf Muslime vereinnahmen :)
      Selbstverständlich gibt es keinen “dem Islam innewohnenden Antisemitismus”. Antisemitismus ist kein Bestandteil der islamischen Lehre. Er hat grundsätzlich nichts mit der Religion eines Menschen zu tun.

      Leider ist das Bild des “muslimischen, kriminellen Geflüchteten” ein so prominentes Steoretyp, dass der Islam häufig mit Antisemitismus und Kriminalität gleichgesetzt wird.
      Tatsächlich aber weder das eine noch das andere mit der Religion oder Staatsangehörigkeit eines Menschen zu tun. In Deutschland gibt es evangelische, katholische, atheistische wie muslimische Antisemiten, es gibt Antisemiten mit und ohne deutscher Staatsbürgerschaft. Außerdem gibt es bezüglich aller Religionen und Staatsbürgerschaften noch eine Menge sehr offenherziger und liebevoller Menschen.
      Der Islam ist – wie alle Weltreligionen – enorm vielfältig. Die allerwenigsten Muslime sind Antisemiten, genau wie auch die allerwenigsten Christen.

      Die Welt wäre eine bessere, wenn niemand wegen seiner Religion Vorurteilen ausgesetzt wäre – weder Juden noch Muslime. Lasst uns zusammenstehen und nicht wegschauen!

  17. Christian Christian

    Hallo,

    Ich entschuldige mich im Voraus falls mein Kommentar nicht ganz sachlich oder als nicht angebracht empfunden wird – ich dachte aber ich MUSS mal was sagen, nachdem ich vor gerade ein paar Minuten einen (für mich schockierendem) Bericht zum Thema “Hass-Postings, Antisemitismus, Etc.” im TV gesehen habe… und danach noch ein paar Kommentare auf dieser Seite gelesen habe…

    Was ich gerne loswerden möchte:
    Also, wie ein Großteil meiner Bekannten (davon gehe ich zumindest aus), bin ich jemand der sich mit dem Thema Antisemitismus nie wirklich beschäftigt – und somit auch nie großartig geäußert hat.
    Warum? Na ja, ganz einfach weil ich kein Antisemit bin, und meine Bekannten mit Sicherheit auch nicht, würde ich behaupten.
    Für uns ist es logisch dass der Mensch und nicht seine Religion zu betrachten ist (außer aus reiner kultureller Neugier, und natürlich nur falls man darüber sprechen möchte)… daher hatte ich so gut wie keine Bedürfnisse mich zum Thema zu äußern.

    Was ich Euch damit sagen möchte:
    Ich denke dass die meisten Leute so ähnlich orientiert sind wie ich und meine Bekannten: Wir sind Euch gegenüber komplett neutral/positiv abgestimmt und offen – äußern das aber nicht weil wir das als eine Selbstverständlichkeit empfinden. Genau so selbstverständlich wie für uns Antisemiten, grundsätzlich, Deppen sind.

    Also bitte, denkt nicht dass Euch die Gesellschaft nicht mag nur weil es ein paar “Hass-Poster” gibt! Ich weiß dass solche Leute immer am lautesten “schreien” und daher daher kaum zu überhören sind… diese Leute sind aber nur die Ausnahme! Denkt bitte auch an alle anderen, die Euch still und leise nichts schlechtes sondern nur gutes wollen! :-)

    Ich bin übrigens ein Italiener der vor Jahre nach Kärnten gezogen ist – im Süden Österreichs, und im “Nest der FPÖ” wie man so oft hört..
    Nun ja, sogar hier würde sich jeder vernünftiger Mensch schämen was antisemitisches zu äußern (dafür kennen die aber fast alle blöden Witze gegen Italiener, um mich zu veräppeln!) :-)

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