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Buchbetrachtung: Heimat Alpstein. Appenzeller und Toggenburger Bauernmalerei

Das Schöne an Ausstellungskatalogen, wenn sie gut gemacht sind, ist, dass man sie in Ruhe, fern von Öffnungszeiten und vor allem auch fern des Ausstellungortes lesen kann. Wenn das Museum, so wie das Rosgartenmuseum in Konstanz eben doch einfach zu weit ist, um einfach mal vorbei zu fahren und die gleichnamige Ausstellung anzusehen. Gut gemachte Kataloge geben Ruhe und auch oft mehr Informationen als man gemeinhin denkt. So erging es mir auch, als ich durch „Heimat Alpstein“ blätterte.

Das große gebundene Buch verspricht einen Überblick über die Appenzeller und Toggenburger Bauernmalerei – so der erste Eindruck. Schaut man hinein, bekommt man viel mehr geboten. Einen von Tobias Engelsing verfassten Überblick über die Geschichte Alpsteins. Von Engelsings niemals ermüdenden Schilderungen konnte ich mich bereits vor zwei Jahren in seinem Buch/Katalog zur Ausstellung „Das jüdische Konstanz“ überzeugen. Engelsing romantisiert auch hier wieder nicht, fesselt dennoch in seinen Schilderungen über ein Land, dass immer andere Wege zu gehen schien.

Doch wo bleibt die Bauernmalerei? Ging es nicht darum? Im zweiten Teil des Bandes geht Hans Büchler unter anderem der Frage nach, was eigentlich ist „Bauernmalerei“. Malende Bauern oder Malerei für Bauern? Er schildert die Entwicklung vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart und öffnet so den Blick auf eine Kunstgattung, auf die manch einer noch immer einen scheelen Blick wirft. Es gelingt auch ihm, zu begeistern. Schließlich werden 25 Künstlerinnen und Künstler, stellvertretend sicher auch für viele unbekannte, mit ihrer Arbeit und Biografie vorgestellt. Eine vergnügliche Reise durch die Welt der Farben aber auch durch Schicksale und menschliche Katastrophen und Geschichten.

Es lohnt sich sehr in das Buch, das beim Südverlag erschien, hineinzuschauen. Allerdings auch in die Ausstellung, ist man nicht am anderen Ende des Landes. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Dezember im Kulturzentrum am Münster in Konstanz zu sehen.

Cover des Begleitbandes zur gleichnamigen Ausstellung „Heimat Alpstein. Appenzeller und Toggenburger Bauernmalerei.

 

Teil einer Gruppe: „Alpfahrt mit Ledi-Wagen. Holzschnitzerei von Heidi Müller und Emil Zähler, 1976“

 

Ulrich Martinelli: Alpfahrt, 1974. Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch

 

Ich danke, dem Verlag, dass ich das Buch lesen durfte. Ich habe und werde außer dem Rezensionsexemplar keine weiteren Vergünstigungen erhalten und verlinken daher bewusst nicht auf Seiten, auf denen ich Provision erhalten würde. Einen Blick ins wunderbar gestaltete Buch kann man hier wagen

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