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Geschichtskonferenz anders, das zweite Jahr des #histocamp und der #GeschichtsCheck

Am vergangenen Wochenende trafen sich in Mainz zum zweiten Mal die, „die an und mit Geschichte arbeiten“. Es waren großartige Tage mit großartigen Menschen, ich habe viel gelernt und kennengelernt. Ein Jubelwort, ein Rückblick.

Bereits im vergangenen Jahr trafen wir uns in Bonn, dieses Jahr ging es weiter nach Mainz. Im Rathaus trafen sich etwa 170 Historiker, Archivare, Museums- und Gedenkstättenmitarbeiter zum regen Austausch der etwas anderen Art. Gleich zu Beginn stellte Karoline Doering, Vorsitzende des Organisationsvereins Open History e.V. klar: wir duzen uns hier alle, es gibt keine Titel. Denn das ist das, woran so manche Geschichtskonferenz krankt: immer dieselben titelschweren Redner im Frontalunterricht mit doch ziemlich immer denselben Themen. Und das histocamp? Das ist anders. Hier darf jeder, der sich traut präsentieren, rückfragen, anregen, teilnehmen, allein das Interesse des Publikums zählt. Eben ein Barcamp. Soviel zum Hintergrund. Und meine Tage? Da ich dieses Jahr Raumpatin war, hatte ich nicht die Wahl über Sessions, in die ich gehen wollte, die Sessions kamen zu mir, was die Qual der Wahl ersparte und neue Horizonte öffnete. Apropos neue Horizonte, die eröffnen sich immer beim histocamp, denn oft genug gibt es Themen, mit denen man sonst wenig zu tun hat oder die man im Studium sogar langweilig fand. Dank histocamp hat sich das Mittelalter für mich neu erschlossen, und die isländischen Sagen in diesem Jahr ganz besonders (#iceghost wäre ja was für die kommende Wintervorlesezeit). Und ja, es dürfen auch weniger historische Themen besprochen werden, so wurde unter #histotools ein wunderbares studentisches Projekt vorgestellt, in dem Twitteraktionen besser und weniger aufwändig zu planen sind: AutoChirp .
Es gab auch einen Wettkampf, der jeden Lehrenden vermutlich ins Grab bringen wird, aber machen wir uns nichts vor, jeder schaut bei Wikipedia rein, und sei es nur, für einen Ansatz. So also stritten sich die besten der besten im #histobattle darum, wer mit den wenigsten Klicks von einem Artikel zum nächsten käme, ohne Suche natürlich, nur über Verlinkung. Es waren eindeutig Profis am Werk.
Bei #ArchiveInNot diskutierten wir über Wege an Archivalien zu kommen, die nicht auffindbar sind. Ein Gewinn waren auch hier die Profis, die über ihre Arbeit, Hindernisse und Lösungen berichteten.

Der Empfang im Museum antiker Schifffahrt am Abend des ersten Tages war ein kleines Highlight. Hier ein paar Eindrücke, die ich auch auf Twitter gepostet hatte.

Leider war nicht alles eitel Sonnenschein, denn wir wurden entdeckt, von wem und warum, hat Daniel Bernsen auf seinem Blog beschrieben. Eigentlich ging es in der Session #Geschichtsunterricht2030 doch nur darum, wie der Unterricht 2030 aussehen könnte. Aber lesen Sie selbst.

Ursprünglich wollte ich hier in diesem Post noch das wunderbare Projekt „GeschichtsCheck“ vorstellen. Auf meiner Facebookseite und in Twitter konnte man schon gelegentlich darauf stoßen. Der Verein Open History e.V. hat mit Förderung der Bundeszentrale für Politische Bildung ein Projekt ins Leben gerufen, dass Gerüchte untersucht und kurz und knackig mit Fakten widerlegt. Perfekt, um es zu teilen, damit zu antworten, oder sich selbst zu vergewissern. Hier sind Profis am Werk: GeschichtsCheck – Historiker*innen gegen Hassrede

Das bemerkt man in der Tat, wenn man in den letzten Tagen dem Account folgte. Sehr geduldig werden teils absurde Behauptungen und Angriffe beantwortet. Das Tool selbst übrigens ist nicht nur im Netz zu finden, gerade für Schulen kann es ein hilfreicher Werkzeugkasten sein, auch Workshops werden angeboten. Schauen Sie einfach rein. Eine der besten Initiativen gegen Hatespeech der letzten Jahre und wenn Sie selbst unsicher sind, man kann auch Fragen stellen. Denn:

Nochmals, an dieser Stelle, ein großes DANKE an die Organisation und GeschichtsCheck für ihre Arbeit, Wer Mitglied beim Verein, der so großartige Sachen macht, werden will, der kann das hier tun. Ich freue mich auf das nächste Jahr.

Alle Themen vom #Schreibsprudel zum #histrev und #histobaby finden Sie übrigens auf dem Blog des Histocamps. Über die Hashtags kann man alle Tweets zu den Sessions finden, an einer Zusammenfassung wird gearbeitet. Hier geht’s lang. 
 

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