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Buchbetrachtung: Ein ganzes Leben. Rober Seethaler

Es ist ein Buch, das mich abschreckte. Abschreckte, da überlobt,
überpräsent, überbesprochen. Ich ließ es liegen, solange es hochpoliert
in jedem Schaufenster stand. Ich mag es nicht, das Hochloben, die fast schon auferlegte Pflicht, es auch gelesen zu haben – wie alle. Ich mag noch weniger die Aufkleber von Bestsellerlisten, die Zitate der Zeitungslobe auf den Buchcovern, ich traue all dem nicht. 

Inzwischen
ist Ruhe eingekehrt in dieses Buch, vielleicht. Im Buchladen stand es
unter vielen als Taschenbuch…ich nahm es mit, als Zugabe zu einem
anderen Kauf. Ein kleines Buch, das man nebenher lesen könnte in wenigen
Seiten mit großen Buchstaben, um mehr Seiten daraus zu machen. Ich las
es an einem Tag, diese Geschichte eines Menschen. Versuchte zu
verstehen, warum die Buchwelt fast verrückt wurde darüber. Ich
weiß es noch immer nicht. 
Es ist die Geschichte eines einfachen Lebens.
Vielleicht ist es die Sehnsucht nach einem solchen Leben, ein ruhiges
Leben wie es scheint. Darin vergessen, welche Härte dieses einfache
Leben doch bedeutet. Romantisiert. Es ist wohl die Sehnsucht nach einer
heilen Welt, die aus den Zeilen spricht. Die heile Welt, die es auch in
dieser Welt nicht gab, über deren Fehler man in wenigen Seiten nicht
schreiben muss. Es ist ein angenehm zu lesendes Buch. Aber ist es tatsächlich das, was die vielgedruckten Besprechungen
herausriefen? Eher nicht. Es wird wohl das letzte Buch von Seethaler gewesen
sein, denn ich fürchte zu sehr, sie werden sich gleichen, die Bücher und
Langeweile würde sich einstellen. So bleibt es also bei diesem
Erlebnis, das kein unangenehmes war. Es war schön für kurze Zeit.

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