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#13 Leben als Buch

Nach meiner gestrigen Schreibpause möchte ich mich doch wieder einem der Schreibimpulse des NaBloPoMo widmen. Heute: „Schriftsteller, Star, anderer Blogger oder Bloggerin oder jemand anderes? – Wer sollte deine Autobiographie schreiben?“ Nun, es ist nur ein Impuls, der mich nachdenken lässt. Möchte ich überhaupt eine Biographie? Eine Autobiographie würde ich ja selbst schreiben. Und schreibe ich nicht schon die ganze Zeit daran?

Dennoch frage ich mich, wer schreiben könnte. Ich erlebe gerade die Entstehung eines solchen Buches. Aus der Beobachtung denke ich doch, dass es jemand sein sollte, der einen kennt, einen versteht. Man mag argumentieren, dass die Distanz besser ist. Für die Freundschaft mit Sicherheit. Ich sehe aber das Vertrauen. Ich sehe, dass Dinge erzählt werden von denen sicher ist, dass sie nie die Außenwelt erreichen werden, die aber zu wissen wichtig sind, das Ganze zu verstehen, den Menschen zu verstehen. Die Entstehung dieser Bücher sind auch ein schmerzhafter Prozess, sie strengen an, sie lassen zweifeln. Und vor allem braucht es eine Geschichte, die zu erzählen ist. Die Geschichten vermisse ich bei den Fluten von Biographien, die heute den Markt erobern. Jeder scheint biographiefähig zu sein. Wohl ein Grund, warum ich diese Bücher selten mag, selten zur Lektüre wähle. Meist nur nach Empfehlung. 

Selber schreiben

Nicht nur im Nachklang von „Landgang“ überlege ich bereits eine Weile aufzuschreiben, was geschah. Leben in der DDR. Ein einfaches Leben. Kein Leben in der Anpassung. Zwei Leben, zwei Erinnerungen. Ich erinnere mich an so viele Geschichten, so viel, was mich geprägt hat, und so wenig weiß ich wirklich. Und da ist die Frau von der doch alles kam, von der ich geprägt wurde, die mir die Bücher gab zu lesen, die ich nicht hätte lesen dürfen, die mich denken und widersprechen lehrte, wenn es ungerecht wurde, von der ich lernte, nicht zu schweigen und keine Angst zu haben – trotz allem. Ich will schreiben davon, von ihr, von dem, was geschah, von mir, von uns. Ich denke über die Formen nach. Ich weiß, wir müssen es festhalten und ich weiß, wir müssen reden davon. Davon auch, was es mit uns machte und dass es nicht mit dem Mauerfall vorbei war. Wir sollten anfangen, einfach, irgendwie. Doch was denkt Ihr? 
Dieser Beitrag wurde in der NaBloPoMo-Reihe geschrieben, jeden Tag im Juli ein Post bloggen. Mehr dazu gibt es hier zu lesen.

1 kommentar

  1. makellosmag makellosmag

    Ich möchte das sehr gerne lesen! Und bin übrigens mit dem Schreibimpuls null zurecht gekommen weswegen ich ihn gleich mal ausgelassen hatte.

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