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Das doppelte #Tweetup im Museum für Kommunikation Berlin

Im November 2014 ging es zum Tweetup in Museum für Kommunikation in Berlin. Dieses Mal ging es auf eine Reise „In 80 Dinge um die Welt – Der Jules Verne Code„. Aber zunächst wurden die Roboter im Eingangsbereich begrüßt. Gut dieser Kollege hier hatte gerade Pause.

Tom, der uns durch die Ausstellung führte, war mehr Entertainer und es gelang im in der Tat, uns Twitterbande, die man ja nun zwangsläufig schlecht beisammen halten kann, bei der Stange zu halten – im Übrigen noch mal Kompliment. Toller Mann!

Er führte uns nun also in die Welt des Jules Verne, zum Globus, zum Schreibset. Führte uns ein in eine Welt, in der das Reisen noch nicht so selbstverständlich, als es noch Abenteuer war. Diese Welt, in der die Briefmarken Menschen reisen ließen in exotische Länder, die sie nie leibhaftig sehen konnten. Ich erinnerte mich an meine Briefmarkensammlung als Kind und die heimlich geschmuggelten Marken aus Australien…So lang ist das eigentlich alles noch nicht her. Ein Stück, gleich am Anfang der Ausstellung, das man womöglich schnell übersieht ist ein Tisch, auf dem eine Art Verzierung angebracht war. Irgendwas zwischen Zierdecke und Intarsie…beim genauen Hinsehen entpuppte es sich als Arbeit aus 10.000 Briefmarken.

Von da ab ging die Reise los, durch Amerika, Afrika, Asien, mit Elefanten, Heißluftballons und schiffen. Eine wundersame Reise, in der es viel zu entdecken gibt. Auch für Museumsspielzeugliebhaber wie mich gab es mit dem Abstempeln des „Reisepasses“ an den verschiedenen Stationen und zum Ende die körpergesteuerte Weltkarte genug zu entdecken. Eine Ausstellung, die im wahrsten Sinne für die ganze Familie ist. Noch bis zum 22. Februar hat das Museum 80 Tickets in der Stadt versteckt, wie man sie findet und was es noch gibt, steht hier.

Der zweite Teil

Jetzt nun im Dezember ging es auf eine weitere Reise im Museum für Kommunikation. Dieses Mal aber an anderer Stelle. Wir durften dahin, wo sonst nur wenige hinkommen: ins Depot! In der Ringbahnstraße in Berlin steht nun dieses Wunderhaus, das jeden Museumsliebhaber das Herz höher schlagen lässt. Wir lernen, dass sich die Depots auf Deutschland verteilen, dass das Berliner Depot „nur“ für alles, was mit der „Gelben Post“ – die doch eigentlich mal blau war zuständig ist, dass hier auch inzwischen die Objekte des geschlossenen Postmuseums Hamburg lagern und das geschulte Auge sieht bald: sehr viel Platz gibt es hier auch nicht mehr.

Was hier links so unscheinbar aussieht (der Museumsmensch wird allerdings ganz hibbelig), beinhaltet etwas ganz Besonderes, das allerdings nicht nur für den Historiker im Archiv zugänglich ist. Die einzigartige Sammlung von Alltagspost ist zum Teil auch im Internet verfügbar und gewährt so einen Einblick in Feldpostbriefe oder auch etwas aktueller in die Ost-West-Post. Einen Einblick kann man hier gewinnen.

Weiter geht es in die gut gesicherten großen Depoträume. Zwischendurch noch etwas Brandschutzkunde durch Dr. Didczuneit, Der Sammlungsleiter baute das relativ neue Depot mit auf. Das Gebäude wurde ausschließlich zu diesem Zwecke umgebaut. Viele Museen können davon nur träumen.

Apropos „gelbe Post“ spätestens jetzt wird es klar, ein großer Depotraum mit Postkästen aller Sorten. Gelb aber ist dominierend, dazwischen noch ein paar blaue, denn blau war die eigentliche Farbe der Post….vom Prunk ist nicht mehr viel zu sehen, ein paar Schilder zeugen noch vom einstigen Stolz. Manch einer kennt sie auch noch, die beeindruckenden Postämter. Und jetzt? Wir schweigen lieber darüber und schwelgen in Postkästen.

Wir lernen etwas über Postsäcke vz. Postbeutel, wozu Posthörner dienlich waren, dass es Uniformen für Postbeamte nicht von Beginn an gab – aber auch von den simplem Problemen eines Museums, das sich so aufwändige Modelle wie aus dem 19. Jahrhundert nicht mehr leisten kann, das abwägen muss, ob es ein Objekt wirklich restaurieren kann und das schon mal 20.000 Euro für einen Depotschrank ausgeben muss, um darin eine Postfahne konservatorisch richtig zu lagern.

Es scheint ein offenes Depot zu sein. Offen in dem Sinne, als das es z.B. zum Tag des Offenen Denkmals Depotführungen gibt, zu denen man sich anmelden kann und so auch die andere Seite des Museumslebens zu sehen. Denn Museumsaufgabe ist mehr, als nur Ausstellung machen. Uns obliegt auch das Sammeln, das Gedächtnis zu erhalten und eben darüber zu erzählen, Erinnerungen wachzurufen und Neues lernen zu lassen.

Danke für den Besuch und die Reise in die Sammlung!

Museologenhumor im Strandkorb?
Für große Fahrzeuge aller Art mussten Modelle hergestellt werden, allerdings geht es nicht mehr so detaillgenau wie bei diesem Postzug.

Kleine Fahrzeuge können auch im Original gelagert werden.

Stempel können auch Geschichte zeigen. Hier eine kleine Auswahl.



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