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Museumsbesuch: Musée d’archéologie d’Aleria Jérôme Carcopino, Korsika

Korsika hat neben der umwerfenden Natur auch einiges an Geschichte zu bieten. Im letzten Urlaub beschränkte ich mich auf zwei Museen. Vom ersten möchte ich kurz berichten.

Das „Musée d’archéologie d’Aleria Jérôme Carcopino“ ist in einem alten Fort auf einem Berg am Rande Alerias gelegen. Allein schon der kleine Ort und der Blick auf die Ebene und den Fluss würde ein Besuch lohnen.

Die Ausstellung im Fort zeigt die archäologischen Fundstücke des antiken Alalia/ Aleria, die hauptsächlich in den 60er Jahren gemacht wurden. Die Ausstellung, und man muss es leider sagen, scheint auch aus dieser Zeit zu stammen. Es gibt sehr spannende Objekte, die den weiträumigen Handel beweisen. Als nicht französischsprechender Besucher muss man sich leider auf sein Wissen und Erkennen verlassen. Dennoch, es lohnt sich, all die großen und kleinen Teile in den Vitrinen genauer anzusehen.

 

Das für mich eigentliche Highlight liegt einen kleinen Weg entfernt vom Museum: das alte römische Aleria. Man geht einen Spaziegang von etwa 150 Metern am Rande des Hügels entlang, kann dabei den Blick auf den Fluss und der Arbeit der Hütehunde unten im Tal zusehen. Ganz unspektakulär betritt man das Gelände durch ein unscheinbares Tor. Erklärungen auf einzelnen Tafeln auf dem Gelände erklären alles in mehreren Sprachen.

Für den uninteressierten gibt es hier nur einige Steine zu sehen, ein paar Kellergewölbe, versteckt ein altes Mausoleum, die Reste des Forums, gekennzeichnet durch die Säulen am Platz und nur noch die Stufen zweier Tempel. Für mich selbst war es ein wunderbares und vor allem unüberlaufenes Beispiel römischen Städtebaus. Alles klar und strukturiert. Die vermutete Fischfabrik im Anschluss an die Bäder irritierten mich etwas. Die Stätte an sich in durch ihre Zurückhaltung in Beschriftung (die römisch anmutenden kleinen Tafeln an den einzelnen Bauten hätte man sich vielleicht sparen sollen) daliegenden Ursprünglichkeit und vor allem ohne die sonst an solchen Orten zu findenden Besuchermassen tat mir sehr gut. Vor meinem inneren Auge entstand das alte Aleria, von dem hier auch nur ein Bruchteil ausgegraben ist, wieder neu. Der Blick auf das Tal, auf das Meer lässt verstehen, warum dieser Hügel seit so langer Zeit besiedelt ist.

 

 

 

Sollte man einmal in der Nähe sein, so sollte man den Besuch nicht scheuen – es lohnt sich. Der Eintritt beträgt lediglich zwei Euro, was wohl eher symbolisch ist, ein Euro ermäßigt. Die Ausstellung im Fort sollte bei Gelegenheit überarbeitet werden, die Geschichten hinter den Objekten erzählt werden. Ansonsten ein Museum, wie ich es mag. Aber was sag ich, diese archäologischen Stätten haben es eh leicht bei mir, wenn sie nicht niedergetrampelt werden durch Touristenmassen.

Infos zum Museum findet man hier (französisch).

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