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Hof halten beim Hoffest

Das war es also wieder, das sehr wahrscheinlich letzte Hoffest des Herrn Wowereit. Er wird sich wohl gefühlt haben. Nichts von Skandalen, noch immer umwimmelt von Berliner C-Promis aus längst vergangenen Tagen. Seine Welt…eine Welt, die es schon lang nicht mehr gibt. Aber sonst? Sonst ein Überschuss an beanzugten Männern, deren Frauen nicht mitwollten oder durften. Wer weiß. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, auf dem das vergangene Westberlin versucht, wieder aufzuleben und dabei kläglich ersaufend nach Luft schnappt.

Das Fest mag gesponsort sein. Dennoch erscheint der Stand der Grothgruppe wie ein Hohn und eine schallende Ohrfeige im Gesicht der Berlin – der wirklichen Berliner. Kunst und Kultur trifft man hier vergeblich. Alternde Schauspieler dafür zuhauf. Vergangene Menschen fotografieren vergangene Discobesitzer und Frisöre, die wenigstens hier noch wahrgenommen werden.

Das Hoffest hast sich selbst überholt. Immer voller, immer selbstgerechter und sowas von weit weg vom wirklichen Berliner Leben da draußen. Man nennt sich gern selbst größtes Netzwerktreffen. Doch ehrlich…die re:publica vor nur einem Monat hatte da einiges mehr zu bieten, vor allem interessantere Menschen. Aber nun gut. Die Jungs der BSR, ich muss es wieder sagen, waren tatsächlich die sympatischsten, weil einfach normal und bodenständig, in ihren neuen orangen Hosen. Sonst kam es mir vor wie eine Abkupferung der ITB und Grünen Woche zusammen im Kleinen.

Man sollte es sich doch sparen dieses Fest – gesponsort oder nicht. Es ist überflüssig.

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