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Eigentlich…und dann doch ganz anders. Hass, Entführung, Mord

Eigentlich wollte ich heute zu Flüchtlingen schreiben, zum Eingreifen anderer Staaten in Kriege, zum Schutz von Menschenrechten. Doch dann, dann kam die Nachricht von Gilad, Eyal und Naftali. Sie hatten keine Chance. Ich kam nach Hause und irgendwie war alles anders. Es traf mich, traf mich tiefer als ich es hätte erahnen können. Tief in mir hoffte ich wohl doch, dass die drei, wie schon Gilad Shalit als Erpressungsmasse genutzt werden. Tief in mir hoffte ich, dass man mit Kindern besser umgeht, es könnten immer die eigenen sein. Kinder eben. Ganz tief in mir hoffte ich, dass alles ein schnelles Ende nehmen würde.

Und nun? Israel wird es nicht hinnehmen, dass man die drei entführt und augenscheinlich sofort ermordet hat. Ich vermute, dass auch der Mord irgendwo als Sieg gefeiert wird. Und ich vermute, dass es auch hier in Europa genug Menschen geben wird, die all das zu entschuldigen suchen. Dafür gibt es keine Entschuldigung, kein Verständnis. Es waren Kinder, Zivilisten, um mit Armeesprache zu sprechen. Für ihre Entführung und Ermordung gibt es das wenige Verständnis, dass es auch für die Entführung der Mädchen durch „Boko Haram“ geben sollte. Das und die neuerliche Entführung in Nigeria durch die Terroristen ist nicht zu entschuldigen. Doch scheint sich Europa nur für die WM zu interessieren.
Und ich frage mich, wo wir leben. Wo soviel Kälte herrscht, dass man offensichtlich nicht den kleinsten Gedanken daran verschwendet, was hier los ist?

Meine Gedanken sind heute nicht nur bei den Familien von Gilad, Eyal und Naftali, sondern bei allein Eltern, deren Kinder für Kriege missbraucht wurden und werden, egal wo auf der Welt. Sie sind die Schwächsten und Schutzlosesten. Es ist unsere Verantwortung, hier Einhalt zu gebieten. Die Frage, ob Entführung und Mord in irgendeiner Weise gerechtfertigt seien verbietet sich bei Kindern, egal woher sie stammen. Sie sind die unschuldigsten Glieder in diesem Wahnsinn, der sich Menschheit nennt.

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