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Warum schreiben wir?

Den Weg rüber hier zur re:publica und eigentlich ja schon die vergangenen Tage, spätestens, seit ich mich entschieden habe, wieder alles hier zusammenzufügen, habe ich darüber nachgedacht, warum wir eigentlich schreiben, für wen und überhaupt.

Die Gründe sind mit Sicherheit bei jedem andert. Alber letztlich geht es doch darum, eine Stimme zu verleihen. Eine Stimme, die sonst nicht gehört würde. Die „jüdischen Blogger“ sind denke ich nochmal eine spezielle Geschichte. Wir sind alle so grundverschieden, aber ich denke, dass wir alle etwas sagen wollen, sagen wollten, da raus in die „deutsche“ Gesellschaft. Etwas, was gern überhört wird, etwas was vielleicht auch nicht gern gesehen wird und vor allem, etwas heraus aus den oft zur Bewegungslosigkeit erstarrten Gemeinden.

Mein Buch hier hat mich lang begleitet. Mein Suchen, mein Straucheln, mein Zuhause sein und es wieder verlieren. Den Aufbruch des Deutschen Judentums dieser Tage und das irgendwie wieder zurückgehen in die Konservatismus. Wer ist Jude? Du, ich, die da drüben bestimmt nicht. Das ist wohl der allgemeine Tenor in den Gemeinden. Als ob man damit einen Blumentopf gewinnen könne. Gut, manch einer versucht es, ob es gelingt ist fraglich.

Dieses Buch hat mich auch an mein örtliches zuhause begleitet, das ich nun wieder verlassen werde. Zu anders wird es da, zu steril und zu fremdbestimmt. Und dieses Buch hat mich durch meine Lebensliebe begleitet und ihr Ende erlebt. Es ist und war meine Stimme, die ich im realen Leben so nicht habe. Es gibt viele Menschen, die sich im Schreiben ausdrücken können, das Verbale aber blockiert. Viel ist passiert in den letzten Jahren mit mir. Gutes, Wunderbares, Dinge, die mich weiter brachten. Heute stehe ich also mitten in dieser Stadt aus der ich komme. Mit Ahs und Ohs bedacht, wenn ich mich als „echt“ oute.
Ich habe mich entschieden, ersteinmal hier zu bleiben, für den Moment. Ich beobachte Berlin, ich beobachte die Gemeinde und das, was aus diesem Zustand entsteht.
Ich bin dankbar für meine Lehrer, die ich wohl nur so in Berlin finden konnte und dankbar für die wunderbaren Freunde, die ich durch „Jung und Jüdisch“ fand. DAS ist für mich gelebtes Judentum, das ist, was ich darunter verstehe.

Und hier heute? Ich sehe hunderte Macs, höre es brummeln und reden aber vor allem klackern. Und ich frage mich, warum und worüber die alle hier schreiben, oder ob überhaupt. Es wird spannend werden, das hoffe ich zumindest.

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