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Allerlei

Still ist es hier geworden in letzter Zeit…aber nun ja, was soll ich sagen. Ich habe eben kein wirkliches geistiges Zuhause mehr in Berlin, über das es sich zu berichten lohnt. Dennoch ist es nicht so, dass nichts passieren würden, nur eben passt es nicht hier in diesen Blog.

Neulich aber, wie der Zufall lustigerweise spielt, bekam ich Post von „meinem“ Rabbi. Er hatte mich in einer Zeitung gelesen – ich wundere mich noch heute, warum er die las…sehr merkwürdig. Ich werde also vermutlich demnächst mal bei ihm vorbei schauen.

So sieht man doch, wie sehr alles von den Personen abhängt. Er hat immer gesagt, Judentum ist keine Religion, die man allein ausüben kann…und dennoch tun viele es ganz offensichtlich doch…mangels Angeboten, die ihnen zusagen. Gut, da ich kein Gruppentier bin, ist vieles bei mir so oder so schwierig. Die entspannten Freunde aber, mit denen man improvisierend auch mal einen Seder machen konnte, die haben Berlin verlassen…geblieben sind die Feiertagswünsche…ja, irgendwas war da doch.

Momentan treibe ich mich etwas auf der Welt herum und ja „irgendwas war da noch“. Erinnere ich mich doch gern an die Diskussionen mit dem Rabbi, wie man bestimmt, wann Schabbat ist. Nerd, der ich nun mal bin, habe ich eine kleine Entdeckung bei f-droid gemacht: Halachische Zeiten…oder im Englischen Original Halachic Prayer Times. Eine nette kleine App, die ohne großes Geschwurbel auskommt, alle Zeiten, die man braucht, anbietet, sogar einen Kompass dabei hat und GPS sowieso. Sollte es mich also irgendwann mal nördlich des Polarkreises treiben, gäbe es kein Dilemma…

Und auch sonst…hier in Asien genieße ich die religiöse Gelassenheit. Alles scheint so weit weg, so absurd. Ich werde nie verstehen, warum sich Menschen bekriegen, wollen sie doch eigentlich das Selbe. Frieden. Hier ein Tempel dort ein Tempel, irgendwo habe ich heute sogar eine Menora entdeckt. Die örtlichen Chabadniks (es gibt sie garantiert auch hier), sind mir zwar noch nicht über den Weg gelaufen, aber alles das Abhandensein der Frage, welcher Religion man angehört ist herrlich.

Ich werde also sehen, was die Rabbi erzählt…Frust ist wohl an der Tagesordnung. Von der Berliner Gemeinde schweigen wir sowieso besser. Und manchmal wünschte ich, wir hätten auch eine dieser einfachen kleinen liberalen Gemeinden in Berlin, die sich sonst überall im Land finden…Aber es kann ja noch kommen…

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