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Empfindsamkeiten

Ich bemerke, dass ich wieder einmal sehr empfindsam bin, empfindsam darüber, dass über Juden geredet wird, nicht mit ihnen, empfindsam darüber, dass Vorträge gehalten werden, in denen wir als ausgestorbene Art, als Phänomen der Vergangenheit abgehandelt werden. Vielleicht bin ich gerade nur zu empfindsam, doch es regt mich auf.
Nein, ich habe nicht zu allem eine Meinung, ich kann sie nicht haben, ich möchte nicht zu Israel befragt werden, da ich mich viel zu wenig auskenne und es Menschen gibt, die eine Innensicht haben und darüber schreiben, nicht war, liebe Noa?
Was ich aber sehr wohl habe, ist eine Meinung zur deutsch-jüdischen Vergangenheit, zu meinen Wurzeln, meiner Geschichte, die so, wie viele andere vereinnahmt wird. Mit guten Intentionen zumeist, aber wie heißt es so schön? Gut gemeint, ist nicht gut gekonnt. Ich weiß keine Lösung des Dilemmas. Ich denke nicht, dass zu allem eine „jüdische Meinung“ eingeholt werden soll, denn die gibt es bekanntlich nicht. Sind wir uns ja in etwa in allem so einig, wie zwei Vögel um einen Wurm streitend. Was ich eigentlich nur möchte, mir wünsche, dass es endlich möglich sein sollte, von uns nicht nur in der Vergangenheit zu sprechen. Wir sind da, wir sind mal offensichtlich mal nicht, wir sind offensiv und defensiv, sekular und ultrareligiös, wir sind alles…aber vor allem sind wir eines: am Leben und hier – wo auch immer auf der Welt. Wir müssen nicht vergangenheitsbewältigt werden, toleriert oder bewundert…

Ein Kommentar

  1. NOA NOA

    Hmmm, Also Juna, ja ich hab eine Innensicht von hier, aber weisste, auch hier mit unserer Innensicht ist alles FURCHTBAR kompliziert. Viiiel komplizierter, als man in Deutschland so denkt. Dort weiss man anscheinend immer, wie man in Israel handeln sollte, hier wissen es nicht mal die Einheimischen, die die sich WIRKLCIH gut auskennen (dazu gehoere ich nicht, ist klar). Es gibt SOOO viele Meinungen auch bei uns, dass es sehr verwunderlich ist, wenn man aus Deutschland immer so furchtbar sichere Stellungnahmen hoert.
    Ich verstehe dich sehr gut, liebe Juna
    Noa

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