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Stadtberührungen

Es ist seltsam in dieser Stadt. Es gibt so viele Suchende. Sie wissen oft nicht, was sie suchen und ob sie überhaupt suchen. Doch sie hoffen alle, es in Berlin zu finden. Vielleicht finden sie überhaupt nur eine Suche hier, die ihr Leben ausfüllt – oder zumindest den Anschein gibt.
Gesucht wird viel – doch eigentlich immer das Gleiche: Glück. In welcher Form es auch immer erscheinen mag. So treffen Menschen aufeinander, glückserfüllt, sich gefunden zu haben, voller Hoffnungen und Vorstellungen. Sie sind geradezu berauscht und wollen diesen Rausch behalten. Sie verbringen Tage und Nächte zusammen, fühlen eine Ahnung von Glück – oder ist es doch nur der Rausch? Sie wollen dieses Gefühl, das naturgemäß in weniger rauschhafte Spheren verschwindet behalten. Ziehen sich zurück, sobald sie es merken. Und doch, treffen sie, wenn auch sporadischer aufeinander, um diese Illusion wieder aufleben zu lassen. Die Energie reicht nicht mehr für Tage und Nächte, es werden Stunden und doch geben sie sich hin. Bewusst oder unbewusst in ein Spiel, ein Spiel, dass nicht zu Glück führen kann. Ein Spiel, das nichts anderes ist, als Sucht, Sucht nach diesem Rausch. Und es ist wieder da, in diesen Stunden. Doch sind sie nicht bereit, auch den kleinen Rausch zu akzeptieren. Sie suchen den großen, ziehen weiter. Manch einer bleibt auf der Strecke – wäre auch mit nur ein wenig Rausch oder eben wirklichem ruhigen Glück zufrieden. Selbstzerstörerisch, selbstverleugnend, unreflektiert….einsam. Das ist wohl das, was sie finden. Einsamkeit und die Illusion von Glück – dann und wann. Oberflächlich. Aus Tagen und Nächten werden wieder Stunden…Minuten…Einsamkeit.

Irgendwie Berlin.

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