Zurück zum Content

In Nächten…

…wie dieser, in denen ich nicht schlafen kann, in denen es in meinem Kopf kreuz und quer geht, scheint sich alles zu kumulieren.  Warum geschieht es eigentlich mit präziser Gesetzmäßigkeit, dass alles, aber auch alles, was man gerade nicht gebrauchen kann, auf ein Mal kommt?
Ich wundere mich, dass ich überhaupt noch schlafen kann. Hätten die Behörden, Universitäten und sonstige Einrichtungen nicht Sprechzeiten wie anno dazumal, hätte ich wohl keine Nachtruhe mehr. Das könnte man jetzt positiv sehen, denn so habe ich sie – aber andererseits raubt das auch meinen Schlaf. Ich schaffe die ganzen Gänge nicht, da alles geschlossen ist, bevor ich Feierabend machen kann. Besonders entzückend, wenn ein Amt mit dem anderen nicht redet, man Fristen bekommt, die aber nicht einhalten kann, da eben jenes andere Amt Sommerpause bis eine Woche nach Fristende macht. Wie das jetzt so lösen ist, ist mir schleierhaft. Aber auch dass kann und werde ich nicht heute Nacht lösen.

Ich notiere des weiteren, keinen Kaffee mehr nach vier Uhr Nachmittags und noch 3 1/2 Stunden möglicher Schlaf für heute. Eine Illusion. In Nächten wie diesen wünschte ich mir seelige Gelassenheit und nicht preußisches Pflichtbewusstsein. Ich wünschte mir jemanden, der einfach nur sagt. „Mach Dir keinen Kopf, ich mach das schon.“, mir die Füße massiert und tatsächlich zumindest all die Anrufe erledigt, die ich schon nicht schaffe (und vor allem, wie durch ein Wunder es auch schafft, dass jemand die Anrufe beantwortet).

Heute auf Arbeit sah ich gegen Feierabend die ersten Familien voll beladen mit Töpfen, Schüsseln, Beuteln zu ihren Autos gehen…Ramadan. Ein schönes Essen nach Feierabend hätte schon etwas für sich… Gleichzeitig fiel mir wieder ein, so lang ist es gar nicht mehr bis zu den hohen Feiertagen: also schlau machen, ab wann die Karten verkauft werden, wie viel sie dieses Mal kosten, ob ich sie mir leisten kann, es irgendwie einrichten, auch mal Freitag Abend frei zu haben für den G’ttesdienst, der mir immer so gut tat und jetzt so weit weg zu sein scheint. Wieder Punkte für die lange Liste.

Ja, es ist gut, allein zurecht zu kommen, nicht auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Aber dennoch…manchmal denke ich irgendwie, dass es gar nicht so schlecht wäre, auf  kleines hilfloses Küken zu machen. Nur, ob mir das jemand abnimmt, wage ich sehr zu bezweifeln.

2 Comments

  1. Noa Noa

    Ach wie gut verstehe ich das!!!!! Hab mir in den letzten Jahren und besonders in d letzten Monaten auch oft gewuenscht dass einfach jemand mir was abnimmt. In Israel waren ja immer Menschen um mich die in irgendeiner Weise halfen aber hier sieht das anders aus. Ja, eine starke schulter, die sagt : ich mach das jetzt mal für dich!!! wäre nicht schlecht (manchmal wenigstens). Das Problem m d oeffnungszeitrn hab ich auch.kann sogar nur sehr schwer koscher einkaufen weil der laden bei chabad nur bis halb 6 aufhat ich aber bis 5 arbeite. Freitags muss ich bis 2 od 3 der laden macht um 1 zu. So ist das….seufz

  2. Huch je, einkaufen sollte ich auch mal…Aber wenigstens ist inzwischen schon eines geklärt: die Freistellung an den Feiertagen. In Berlin gibt es nämlich im Gegensatz zum Bund diesen Passus im Staatsvertrag nicht mehr. Ich muss aber keinen Urlaub mehr nehmen. Danke an den Chef!

    Also, weiter in der Liste…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwölf + 17 =