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Aus der Opferecke rauskommen

…das will Dieter Graumann, nun mehr gefeierter Neubeginn des Zentralrates der Juden…und des deutschen Judentums?

Nur, die Erneuerung ist schon längst im Gange. Der Zentralrat hinkt hinterher und fängt so langsam an, auch das zu akzeptieren und gelegentlich zu unterstützen, was ihm so lange ein Dorn im Auge war, war es doch fremd und naja….nicht so gern gesehen: liberales Judentum. Inzwischen schmückt sich das deutsche Judentum mit jeder Rabbinerin und Kantorin ud feiert sie immer wieder als Premiere…nun ja…Premieren sind es nicht. Und solange man noch seltsam beäugt wird, wenn man dazu steht, zu einer liberalen Synagoge (und ich rede jetzt nicht von Gemeinden) zu gehören, sind wir noch lange nicht erneuert.
Wie sagte einmal Rabbiner Assabi zu mir: „Ich habe im Gegensatz zu einigen Leuten hier kein Problem damit, wenn Kollegen anderen Geschlechts sind.“

Nun ja, wir werden sehen, was Graumann bringt. Ich hoffe, dass er verspricht, was er hält. Und vor allem der Zetralrat aus der Mahner- und Meckerecke herauskommt und sich auch mehr auf eines konzentriert: das Leben! Und das leben lebt heftig – hier in Deutschland.

2 Comments

  1. Shoshana Shoshana

    findest du nicht, dass es eher die medien sind bzw. das abraham-geiger-kolleg und die UPJ die darauf aus ist, dass sich "das deutsche judentum mit jeder rabbinerin und kantorin schmückt"? ich konnte bislang nicht feststellen, dass sich "das" deutsche judentum, sprich ganz gewöhhliche juden in ganz gewöhnlichen gemeinden, bislang sooo wahnsinnig dafür interessiert hätte…
    gewiss, es gibt einen kurzen wirbel, aber danach setzt doch der mehr oder minder schnöde alltag ein. wer interessiert sich heute noch für die (erste) rabbinerin ederberg, oder die (auch erste) rabbinerin klapheck – und so wird es alina traiger, der ebenfalls ersten rabbinerin ;), auch ergehen.
    gäbe es nicht immer mal wieder einen wirbel um finanzielle streitigkeiten zwischen liberalen und dem zentralrat, so wäre wohl auch das kein thema mit dem man dauerhaft beschäftig wäre…
    ich glaube, es macht wenig sinn, sich gedanken darüber zu machen, wer was über wen denkt, wenn er da oder dort hingeht. vielmehr wird erst über lange zeit gezeigt werden, welche konzepte sinn machten. und dass vermutlich nur da etwas bei herauskommt, wo energie und arbeit hineingesteckt wird und ein gewisses vorstellungsvermögen besteht, was junge leute an das judentum binden könnte. und ganz vermutlich wird es da immer verschiedene wege geben.

  2. Naja, die Frage ist ja, wie es verkauft wird. Und solange jede Ordinierung einem Staatsakt gleichkommt sind wohl alle an dem Hype beteiligt. Über die Wege der ersten drei Rabbiner vom GK redet auch niemand mehr…

    Neulich übrigens wurde Elisa wieder ausgebuddelt, da sie jetzt in Frankfurt ist. Warum sie aber "Pause" in Amsterdam machte, wird nicht gesagt.

    Wie dem auch sei. Meine Erfahrung ist noch immer, dass ich seltsam angeschaut und kommentiert werde, wenn ich sage, dass es mir egal ist, welches Geschlecht mein Rabbiner hat. Ich mache das im Gegenzug auch nicht, wenn jemand sagt, dass er nur Männer akzeptieren kann. Wie Du schon gesagt hast, es gibt und wird verschiedene Wege geben.
    Solange aber wie gesagt, eine Ordninierung noch immer Stoff für die Abendnachrichten ist, solange sind wir in keiner Normalität angekommen.

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