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Fünf Jahre Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Heute morgen hörte ich im Radio ein Interview mit der beruflich betroffenen Lea Rosh (offensichtlich inzwischen Ros?). Grund war das Jubiläum des Denkmals, das Berlin der Initiative zu verdanken hat, deren Vorsitz sie ausübt. Thema des Interviews war, was sie denkt, wenn Menschen bzw. Kinder dort Versteck spielen oder in der Sonne liegen. Nun, sie geht hin und erklärt den Leuten, wie sie sich an diesem Ort (gefälligst) zu verhalten und was sie zu fühlen haben – nun ja. Ein Kommentar erspare ich mir. Interessant vielleicht das Interview mit dem Architekten Peter Eisenman selbst, das man hier findet.

Was aber ist die Schlussfolgerung? Dieses Monument ist zwar monumental, aber wirkt offensichtlich überhaupt nicht so, wie es gedacht war. Auch Frau Rosh meinte, man müsse deutlicher machen, um was es sich dort handle. In meinen Führungen bemerke ich auch oft, dass der Ort überhaupt nicht wahrgenommen, übergangen…oder im besten Fall vielleicht noch als Ort von Grabsteinen gesehen wird. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich von Beginn an, gegen dieses „Ding“ war. Man möge in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass der „Ort der Information“ keineswegs von Beginn an in der Planung war, sondern erst spät ergänzt wurde.

Es ist ein erfolgreicher Ort geworden. Man findet viele Besucher dort, schließlich werden die Reiseführer brav abgelaufen und auch in keiner spezifischen Stadttour fehlt es.

Dennoch gibt es Glückwünsche von mir. Denn die eigentlichen Mitarbeiter, die diesen Ort mit Leben erfüllen, die pädagogische Programme durchführen haben es verdient. Fünf Jahre mit einem Thema, mit dem nicht jeder umgehen kann. Manche bauen eben Denkmäler, um sich besser zu fühlen.

Ich halte es dann lieber mit den kleinen Orten. Ein paar werde ich jetzt vielleicht demnächst vorstellen. Es gibt sie nämlich, die stillen, kleinen Orte, die keine extra Beschriftung brauchen, die einfach da sind und wertvoll sind…so wie dieses schlichte Denkmal am Koppenplatz.

Foto: Achim Raschka

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