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Frauentag

Immer zum 8. März gab es Blumen für die Lehrerin und alle Frauen, die einem so über den Weg liefen. Immer waren es rote Nelken. Ich habe bis heute eine Abneigung gegen diese Pflanze, die doch nichts dafür kann. Jetzt plötzlich bekomme ich nach ja beinahe 20 Jahren ohne DDR Gratulationen zum Frauentag und wundere mich sehr. Wieder so ein Tag, den ich nicht begreife, ein Tag, der für mich nichts anderes ist, als „Tag des Lehrers“ im Juni, „Tag der Nationalen Volksarmee“ im März und nicht zu vergessen der „Internationale Tag des Kindes“ am 1. Juni – der ja, wie auch dieser Frauentag alles andere als international war und ist. Schon damals fragte ich immer, warum es immer nur einen Tag gäbe und nicht jeder Tag Tag der Frauen und der Kinder und überhaupt sein müsse. Und jetzt…bitte verschont mich mit roten Rosen an den Bahnhöfen überreicht als politische Geste. Ich freue mich über Blumen – aber bitte doch nicht auf Befehl per Feiertag. Auch der Blumenhandel hat den Frauentag jetzt entdeckt – der Valentinstag funktioniert wohl doch nicht so.

Vor langer Zeit, ehm ja…habe ich einmal plötzlich Blumen von der Mutter eines Freundes bekommen – rote Nelken im übrigen – und war etwas verwirrt…es war der 8. März. Ich hatte es vergessen, weil es schlicht keine Rolle mehr spielte, keine Anordnung der Schuldirektion gebot mehr nett zu den Lehrerinnen zu sein und allen „werktätigen Frauen der Republik“…ich kann mir nicht helfen. Ich habe einen Beigeschmack bei diesem Tag…am besten kann ich ihn mit einem Bild ausdrücken

 

2 Comments

  1. Hallo Juna,

    wieder einmal sehr treffend.
    Dieses Bild passt wirklich als Synonym unserer
    Gesellschaft,die sich Feiertage gibt, um sich zu erinnern wen sie sonst vergessen würde!!
    Irgendetwas schenken und sie sind beruhigt,
    nur mit dem Kostbarstem …ihrer Gegenwart, Anteilnahme und Zeit… damit geizen sie immer mehr.
    Schade eigentlich.
    Liebe Grüße Andre

  2. Du aber auch sehr treffend! Danke.

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