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Wie erpresse ich die Regierung?

Heute morgen hörte ich wie immer die Morgennachrichten. Dabei einer der Schlagzeilen, dass Erika Steinbach bereit sei, ihren Sitz im Beirat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ aufzugeben. Dieser Sitz, der immer wieder zu Verstimmungen zwischen der polnischen und deutschen Regierung führte und für mich persönlich ganz und gar nachvollziehbar. Es ist klar, es geht um ein Politikum. Die Lobby der Vertriebenenorganisationen ist stark genug, noch. Denn wie ich erfahren konnte, ändert sich auch hier etwas. Z.B. ist es ein Konzept der Jugendbegegnungstätte Golm auf Usedom, dass polnische und deutsche Jugendliche gemeinsam Biographien recherchieren von Menschen, die dort in Swinemünde/ Swinoujscie sterben mussten. Auch Pflege von Gedenksteinen etc. gehört wohl dazu. Wenn man zum Eingang geht, geht man an einem Gedenkstein vorbei. Er wurde von einem Vertriebenbund (mir ist entfallen, welcher), dort aufgestellt. Das Angebot, ein Gedenken integriert AUF dem Gelände zu installieren wurde abgelehnt mit der Begründung „dass Polenkinder den Stein nicht berühren dürften“… Nun, den Vorsitzenden gibt es nicht mehr, der Kontakt zu diesem Bund und die Unterstützung der Arbeit dort hat sich wohl um 180° gewendet.
Aber zurück zu Frau Steinbach. Als ich die Schlagzeile hörte, dachte ich schon, dass kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Sollte die Frau tatsächlich zur Besinnung gekommen sein und ihren Starrsinn fallen gelassen haben?
Nein, wir drehen den Spieß einfach mal um. Wir fordern nicht nur mehr Mitglieder des eigenen Bundes im Stiftungrat, wir fordern quasi die Auflösung des Stiftungsgesetzes….und gehen zur Not eben auch vor Gericht. Was geht denn bitte hier ab? Seltsamerweise hat kein Museum, dass ich kenne, gravierende Schwierigkeiten mit den „bestellten“ Mitgliedern in den Stiftungsräten. Natürlich möchte man gern machen, was man will als Museum – aber letztlich kommt das Geld ja irgendwoher und der Geldgeber möchte auch gern einen Überblick darüber haben. Warum wohl, wird das Stiftungsgesetz so sein, wie es ist?
Zusätzlich will man wohl wesentlich mehr Geldmittel, mehr Raum (das gesamte Deutschlandhaus) und was weiß ich noch. Manch andere Gedänkstätte kämpft täglich ums Überleben und muss froh sein, überhaupt einmal Gelder zu bekommen.
Ich habe allmählich den Eindruck, man steht sich selbst im Weg. Will man denn wirklich diese Ausstellung? Würde sie nicht schon längst da sein, wenn man nicht unentwegt für andere Schlagzeilen sorgen würde. Sollten manche Leute nicht einfach mal eine Therapie machen oder einfach nur lernen, sich einmal in ihrem Leben auch in andere hineinzuversetzen und Demut zu üben. Ich hoffe, man knickt jetzt regierungsseitig nicht ein und gibt dem nach.

Ein Gutes hatte aber diese Morgennachricht heute: ich war wach und das schlagartig.

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