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Das weiße Band – der Film

Ich habe mir etwas Zeit gelassen, diesen Film zu sehen. In den großen Kinos läuft er schon kaum noch. Dafür habe ich ein kleines und sehr sehr schönes (werbefreies) Kino bei mir um die Ecke „entdeckt“ Ich kannte es als Kind nur geschlossen. Aber als ich Pankow dann den Rücken kehrte, hatte ich schon jemand dem „Blauen Stern“ wieder angenommen. Lange schon, wollte ich dorthin, nun hat es endlich geklappt. Gesehen habe ich „Das weiße Band“. Viel hatte ich gehört, viel erwartet. Viel Gewalt und Kälte. Was ich sah, war ein großartig inszenierter Film über die alltägliche normale Gewalt. Diese mag man abtun als Gewalt um die Jahrhundertwende. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass die meiste Gewalt auch heute noch innerhalb von Familien geschieht. Aber zurück zum Film. Ich habe viel gehört, dass er als Begründung für den später aufkommenden Faschismus gelten soll. Nun ja, ich wüßte nicht wo. Viele Thesen gibt es, wie so etwas geschehen konnte…aber in diesem Film fand ich keine davon. Abgesehen davon, dass er 1913/14 spielt.
Ich wage sogar zu behaupten, dass er ein Meisterwerk ist, ein Portrait einer Zeit, in dem der Mann in der Familie das Oberhaupt bis in die letzte Instanz war und sich ein jeder zu fügen hatte. Heute gibt es Möglichkeiten, dem zu entfliehen. Es gibt Gesetze gegen Gewalt und Missbrauch, es gibt Fluchtmöglichkeiten, es gibt Therapien, Anti-Gewalt-Trainings…dennoch ist sie mit Sicherheit nicht geringer geworden. Nur ist sie heute (hoffentlich) nicht mehr gesellschaftsfähig.
Wer diese Geschichte (also die im Film) als abgetan betrachtet… nun, ich sehe sie eher als Mahnung.

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