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Neulich im Supermarkt

Neulich quälte ich mich abends noch zum lokalen Alles-was-ich-brauche-und-vor-allem-nicht-brauche-Händler. So ganz leer durfte der Kühlschrank nicht bleiben. Nicht nur, dass er sich überflüssig fühlen könnte, auch mich beschleicht gelegentlich ein Hungergefühl, dass dort gestillt werden sollte.
Nun, wie immer ging ich erst am Abend gegen neun einkaufen. Ich mag die Stimmung da mehr. Es ist bei weitem nicht so voll, die Menschen sind entspannter und keine Ehemänner sind in denn Gängen abgestellt, keine Gattinnen verwechseln den Einkauf mit einem gemütlichen Spaziergang im Park….etc.
Worauf ich eigentlich hinauswill, ist die Kasse. Während ich bezahlte, sprach mich die junge Frau an, ob sie mir kurz was erzählen dürfe. Sie wäre gestern in *** gewesen und hätte dort mit einem jüdischen Musiker einen Auftritt gehabt. Es wäre so schön gewesen. Sie leuchtete auch noch einen Tag danach und erzählte es mit solcher Begeisterung, dass es einfach nur schön war, natürlich. Nicht mit diesem Unterton… Ich fragte, ob sie nicht auch mal in Berlin spiele. Die Antwort war ein wie mir schien verschämtes…“Nur in Kirchen…“. Ich hätte gern mehr erfahren, aber die Schlange sollte nicht länger werden…

Nun, was schlussfolgere ich? Der Ton macht die Musik. Sie war so natürlich, nicht ehrfürchtig, nicht beseelt, betroffen oder was auch sonst. Ich habe mich einfach gefreut und irgendwie auch gedacht: „Na, geht doch…“. Ja, auch jetzt noch huscht ein Lächeln über mein Gesicht….Danke daher der Unbekannten für dieses schöne Erlebnis.

6 Kommentare

  1. Anonym Anonym

    Schönes Erlebnis, aber was wollte sie wohl mit "nur in Kirchen sagen"? Denkt sie, Du gehst nicht in Kirchen? Oder gehst Du tatsächlich nicht in Kirchen und sie wusste das? Kann ich mir aber nicht vorstellen, oder?

  2. Ich vermute vielmehr, dass sie gern auch in Berlin mal auf einer anderen Bühne als "nur in der Kirche" auftreten würde…

    Wir kannten uns ja gar nicht, also kann sie nicht wissen, ob ich Kirchen betrete oder nicht. Ich gehe schon in Kirche, z.B. zu Hochzeiten von Bekannten, Freunden etc. Nur eben bei Gebeten usw. halte ich mich zurück oder besser raus.

  3. Anonym Anonym

    Interessante Seite. Deine Art zu schreiben,melancholisch-hintergründig und doch fröhlich, gefällt mir. Vielleicht solltest du dich mal als Schriftstellerin versuchen.

    Dieter

  4. Anonym Anonym

    Interessant, Danke für die Antwort. Dass sie Dich nicht kannte, hatte ich eigentlich auch vermutet, aber dann fragte ich mich, wieso sie ausgerechnet Dir überhaupt die Geschichte von dem jüdischen Musiker erzählt hat. Reiner Zufall? Aber egal, ich will ja auch gar nicht Dein schönes Erlebnis zerreden. Danke für die Geschichte!

  5. Sie hat schlicht meinen Magen David (Davidstern) gesehen…

  6. @Dieter: Danke, das ist aber ein sehr schönes Kompliment.

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