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Semesterferien

So, geschafft. Das Semester ist vorbei. Ich bin noch etwas neben mir, da ich damit rechnete, die Ferien mit Lernen zu verbringen. Eine Klausur, die ich meiner Meinung nach mit Sicherheit vergeigt habe, ist doch bestanden worden. So ganz ist es in meinem Kopf noch nicht angekommen. Der Schein liegt hier, die Bücher habe ich heute weg geräumt…. und kann es kaum glauben: ich kann lesen, was ich will… Klar, ich werde viel arbeiten in diesen Ferien, aber wenigstens nicht lernen müssen. Ich brauche eine Pause, muss etwas mit mir sein. Das heißt, für andere eigentlich sehr viel, zu viel. Ich bin gern mit mir allein. Brauche es, um zur Ruhe zu kommen. Ich bin kein Gruppentier.

Das schafft oft Mißverständnisse, Unverständnis. Viele Gedanken gehen mir momentan auf meinen Wegen durch die Stadt durch den Kopf. Wie lange war ich z.B. nicht mehr in der Synagoge? Sehr lange, zu lange. Zieht es mich dahin? Nein. Es bedeutet Stress für mich. Seltsam. War sie doch immer ein Fluchtpunkt, meine Auszeit von der Welt. Vielleicht liegt es daran, daß ich Gruppen im Moment nicht ertrage. Sobald ich etwas als Zwang empfinde, muß ich weg. Nein, niemand übt dort Zwang aus, im Gegenteil. Den Zwang mache ich mir selbst. Sei es nur das schlechte Gewissen, das ich seltsamerweise habe.

Was gibt mir Halt im Moment? Ich habe einen Freund, ein Freund, der mich einfach nimmt, wie ich bin, mit dem ich über alles reden kann, der meine Zweifel annimmt und reflektiert, der mir hilft, selbst meine Antworten zu finden, nichts aufzwängt, erwartet, verurteilt. Ich bin diesem Freund sehr dankbar. Mit ihm kann ich auch über diese Dinge reden. Er sagte einmal, daß doch aber mein Glauben so sehr Teil meines Lebens ist, daß es nichts mit Gruppen und meinen Ängsten zu tun hat, daß er in mir ist, daß ich doch ein Teil von dieser großen Gruppe bin…und daß es gut ist, egal, ob ich nun irgendwohin gehe oder nicht. Alles hat immer seine Zeit. Meine Synagogenzeit ist es momentan eben nicht. Ich sollte einfach mehr entspannen. Alles kommt, wie es kommen soll.

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3 Kommentare

  1. Noa Noa

    Hi Juna,
    das kann ich sehr sehr gut nachvollziehen, da ich auch unverhältnismäßig viel Zeit für mich allein benötige. Ich bin gern mit mir allein, brauche Zeit, um Gedanken zu ordnen …. du sprichst mir aus der Seele. Ja, auch ich habe manches mal Menschen, die das absolut nicht verstehen (wollen), aber sie sind eben genau anders suchen jede Minute des Tages mit "Treffen" auszufüllen. Das ist so gar nicht mein Ding. Und das mit der Synagoge – ich habe in letzter Zeit auch ein wenig "locker" lassen können und mich nicht "beeilt", wenn ich nach der Arbeit nachhause kam, um nur ja noch rechtzeitig zur Syn. zu kommen. auch morgens manchmal einfach nur ausgeschlafen…. das tat so gut. trotz allem für mich ganz allein den shabbat gefeiert… in ruhe und andacht, aber ohne Mitmenschen.
    WIe du schreibst – alles zu seiner Zeit..
    Viel Entspannung wünsche ich dir. (sei froh, dass du so einen Freund hast, der dich versteht.)
    Noa

  2. Hallo Noa,

    na, wie es scheint, gibt es wohl zwei 😉 Und Du hast jetzt auch einen, also eine… Ich glaube, es gibt viel mehr Menschen wie uns, nur dass die wenigsten es zugeben, da es eben noch nicht so akzeptiert wird. Man muss eben immer unter Leuten sein, immer in Bewegung. Einfach mal still halten, sich ordnen…mit sich selbst sein, das fällt auch schwer.

    Dir also auch viele gute Gedanken. Wie geht es übrigens dem Rücken?

  3. Noa Noa

    Hmmm, ich sitze den Tag meist auf meinem Ball hier zuhause, und mache wirklich viele Übungen. ziehe mein Laufen weiter durch… und – beschwerdefrei bin ich nicht.
    aber ein wenig besser ist es. wenn auch nicht viel und wenn auch nicht stabil…

    Noa

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