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Ausstellungsrundgang

Das Deutsche Historische Museum Berlin zeigt momentan als Sonderausstellung „Calvinismus. Die Reformiergten in Deutschland und Europa.“ Da ich ja, wie man vielleicht schon etwas erahnen konnte, museumsaffin bin, Grund genug, das schlechte Wetter momentan zu nutzen und einen Blick auf die Ausstellung zu werfen. Wie immer glänzt sie durch großartige Objekte. Ein Fakt, der nicht nur im DHM oft genug dazu führt, die Qualität der Ausstellung selbst hintanzustellen. So u.a. auch in der Dauerausstellung – aber das ist ein anderes Thema. Wie also gefiehl mit diese Ausstellung?

Ich muss gestehen, ich war zur Abwechslung einigermaßen positiv überrascht. Verglichen mit sonstigen Ausstellungen gab es einiges an Erklärungen mehr. Üblicherweise wurde zu Objekten lediglich der Besitzer/ Leihgeber angegeben bzw. viel zu viel Vorwissen vorausgesetzt. Das geschieht leicht in aufkommender Betriebsblindheit. Aber Ausstellungen werden für Gäste gemacht, nicht für Mitarbeiter und Kollegen. Das wird gern und zu leicht vergessen. Hier also dieses Mal ein Pluspunkt. Die Beleuchtung ist nicht sehr gelungen, teilweise zu dunkel, teilweise schlecht ausgerichtet. Aber ich bin auch sehr kritisch…

Es gibt also einen kurzen Einblick in die Geschichte des Calvinismus, gestreift wird hier auch die Geschichte der Niederlande. Allerdings hatte ich dann während des Besuchs doch das Gefühl, in der Geschichte, in Europa zu springen. Ein klarer Faden war nicht zu erkennen…nun habe ich vielleicht das Glück, mir den Faden selbst spinnen zu können. Wie aber soll das gelingen, wenn man kein Vorwissen hat? Weiterhin habe ich den kritischen Blick vermisst. Ja, es gab Errungenschaften, aber es gab und gibt auch anderes – bis heute… Die Ausstellung schließt mit zwei Bilderzyklen aus den vergangenen Jahren, die aber für mein Gefühl zu unkommentiert sind. Wie sieht es heute aus? Abseits von Calvin und Hobbes Heften? Wie beeinflußt der Calvinismus die Niederlande bis heute? Ich denke, da gäbe es schon etwas zu erzählen…

Fazit: Allein die Bilder lohnen den Besuch. Ob man sich die wie im DHM gern gezeigte Flachware nun unbedingt antun muss ist eine andere Frage. Der Katalog ist für 25,00 € sehr sehr günstig und zu empfehlen. Leider sind nicht alle Bilder abgebildet (und zu meinem Pech natürich auch nicht das von mir zum Favoriten erwählte)… für den schmaleren Geldbeutel bietet man auch Begleitmaterial zur Ausstellung für 8,00 € an. Ja, trotz meiner kleinen Kritikpunkte: Sehenswert!


De Jansstraat in Haarlem met de Grote of St.-Bavokerk op de achtergrond,
Gerrit Adriaensz. Berckheyde (1638-1698)(1638)(1698)
Gemäldegalerie Alte Meister Dresden
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