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Nachwirkungen eines Filmes

Seltsam ist es. Ich habe am Mittwoch diesen Film gesehen. Dieser Film, der eigentlich nur in einer kleinen Straße spielt. Man sieht zu Beginn etwas Wüste, man sieht zum Ende den Strand und das Meer. Aber sonst sieht man nicht viel vom Land. Aber was dieser Film (wieder) bei mir auslöste ist eine unerklärliche Sehnsucht nach diesem Land.
Nun, das ist sicherlich nichts Besonderes. So geht es doch vielen Juden. Israel, das Land der Sehnsucht. Das Land, nach dem sich die Vertriebenen Jahrhunderte sehnten. Wenigstens ihre Körper sollten dort bestattet sein und da das nicht ging, so doch wenigstens etwas Erde aus diesem Land mit ins Grab nehmen.

Aber ist das Land Israel wirklich das Land der Sehnsucht? Wie viele Freunde von mir wandern aus, weil sie der Sehnsucht nachgeben, weil sie Zionisten sind, weil sie als Jude unter Juden leben wollen, weil sie sich verliebt haben, weil sie einen Job fanden … Es gibt viele Gründe. Es wird erwartet, daß auch man selbst so denkt. Ja, ich habe diese Sehnsucht. Mal stärker, mal weniger. Momentan ist sie wieder stärker. Die freudige Feststellung, daß mein Ivrith doch gar nicht so schlecht ist. Ich denke an die Landschaft, die Freunde dort – ich überlege, ob ich es nicht doch mit meinem Leben vereinbaren könnte.

Doch dann ist etwas da, was nicht gern gehört wird. Es ist nicht mein Land. Meine Sehnsucht ist frei von den Konflikten dort. Ich spreche nicht von den Kriegen, ich spreche nicht von den Bomben. Ich weiß, wie die stacheligen israelischen Früchte zu brechen sind. Vielleicht auch, weil sie doch Berlinern gar nicht so fremd sind. Dennoch ist es nicht meine Kommunikation. Den täglichen Kampf des Lebens und sei es nur in der Kommunikation, die nicht die meine ist, kann ich nicht kämpfen. Daher wird es bei den Besuchen bleiben, im Kreise der Freunde. Dort muß nichts mehr aufgebrochen werden. Die Stacheln sind weg.

Und so hole ich mich wieder aus einer Sehnsucht heraus, die doch nicht erfüllt werden kann durch dieses kleine schöne Land.

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1 kommentar

  1. Hi,

    vielen Dank, dass Du Deine Gedanken teilst. Einiges davon kann ich nachvollziehen, obwohl ich schon ewig nicht mehr in Israel war, und mein Ivrith bescheiden ist.
    Vielleicht ist es ein bisschen so, dass ich mich nach dem Judentum sehne, so wie Du Dich nach Israel sehnst.

    Ich lese hier jedenfalls immer wieder gerne mit.

    Gruß,

    Sarah

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