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Bauhaus in Bernau

Nein, ich schreibe nicht über Israel in diesen Tagen. Nicht, weil ich kein Interesse habe, sondern vielmehr, weil ich versuche, mich abzulenken – abzulenken von der Angst, den Befürchtungen, den schlechten Nachrichten. Täglich lese ich die Nachrichten von Lila, der ich sehr dankbar für die Berichte bin, Berichte abseits der Medien.

Das Leben in Berlin geht auch so weiter. Niemand fragt. Am Sonntag ist die Solidaritätskundgebung in Berlin. Da ich arbeiten werde, kann ich nicht teilnehmen. Ich hoffe aber, dass sich viele finden werden, die sich von der Kälte nicht abschrecken lassen.

Nun aber zu meinem eigentlichen Thema: Die Schilderung eines Ausfluges, den ich sehr empfehlen kann. Wer Architektur, konkret Bauhaus mag, muss als Berliner nicht allzuweit schauen und vor allem auch nicht fahren. Etliche Wohnsiedlungen in der Stadt (inzwischen zum Teil schon Welterbe) sind bekannt, das Bauhausarchiv mitten in der Stadt gibt dem interessierten Auskünfte, doch wer weiß eigentlich von diesem Schatz vor den Toren Berlins? Ich gestehe, ich hatte keine Ahnung. Das Gelände war mir bekannt als Schule für den SD, hier wurde der Überfall auf den Sender Gleiwitz vorbereitet, der letztlich zum Überfall auf Polen führte. Ich wußte, daß es ehemaliges Gewerkschaftsgelände war, aber sonst….

In der DDR wurde es wieder als Gewerkschaftsschule, später Hochschule genutzt. Einen Überblick über die Geschichte kann man auf den Seiten des Vereins finden. Allerdings sollte man die soch noch sehr von der DDR geprägte Sprache überlesen. Des Schaden, den dieses Land dem Bauensemble angerichtet hat, hat man wieder gerichtet und (fast) alles wieder originalgetreu restauriert. Glücklicherweise hatte der Sozialismus die Originale nur verkleidet – vielleicht auch ein Segen, denn so ist fast alles vorhanden gewesen. Ein Beispiel habe ich auf den Seiten von Keimfarben gefunden. Links der Zustand nach der DDR, und wieder hergestellt auf der rechten Seite.

Die Turnhalle links DDR, rechts wieder im Original
Wir hatten eine Führung von Prof. Förster, einem älteren Herrn, dem man die Begeisterung für „seine“ Schule deutlich anmerkt. Über 50 Jahr hat er hier gearbeitet und den Zu- und Rückbau begleitet. Auch, wenn ich anfänglich etwas skeptisch war. Ich kann es nur empfehlen. Einfach anrufen und einen Termin ausmachen, dann geht es auch am Wochenende. Das Geld ist es allemal wert.

Die wunderbaren Seiten des Luisenstädtischen Bildungsvereins e. V., die immer großartige Informationen, auch hier zum Baudenkmal enthielten. Eine geschätzte und geliebte Recoursse sind mangels Geld abgeschaltet worden. Danke Berliner Senat! So bin ich nicht Berlin. Es gab nichts, was diese Fülle an Informationen enthielt. Sie hätten sich mit Ihrem eigenen dürftigen Angebot besser ein Beispiel genommen, hätten die Arbeit unterstützen sollen!!! Aber wie auch die Luisenstädter vermuten, sie sind wohl nicht genug „be Berlin“….

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1 kommentar

  1. Das ist ja wieder ein Schmuckstück geworden. Leider wird allenortens noch immer viel verhunzt oder abgerissen. Vermutlich passt man in den bundesdeutschen Großstädten architektonisch und denkmalschützerisch ein wenig mehr auf. Es sind ja nicht immer nur Großprojekte; auch kleinere Gebäude sind manchmal richtige Diamanten.

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