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Reaktionen

Ich habe festgestellt, daß die Reaktion über das „Outing“ Jude, dem gleicht, wenn man jemandem sagt, daß man schwer krank ist.

Nein, das ist kein Witz, auch kein Sarkasmus. In einem Gespräch habe ich festgestellt, daß sich die Erwiderungen bzw. Reaktionen tatsächlich gleichen. Woran liegt es? Ich bin zum Schluß gekommen, daß es hier um Tabus geht. In unserer Gesellschaft ist sowohl das Thema Tod, Krankheit als auch eben Juden ein Tabu. Wir lernen nicht mehr, daß Tod und Krankheit Bestandteile des Lebens sind, die Menschen werden konditioniert, davon Abstand zu halten. Ebenso lernen sie über uns nur, daß es etwas ganz schwieriges ist, man muß sich schämen, sich entschuldigen, uns speziell betrachten, wie sind etwas Besonderes, Herausgehobenes. Alles etwas, wovon ich nichts halte.
Sowohl der Freund, der plötzlich an einer schweren Krankheit erkrankt, ist der selbe Mensch, der er vorher war. Er kann alles gebrauchen, nur nicht, daß man sich fern hält. Und wenn man einen Menschen kennenlernt, sich anfreundet und dann später erfährt, daß er Jude ist, ist er auch kein anderer Mensch. Der Umgang soll sich nicht ändern, im Gegenteil.

Das sind nur ungeordnete Gedanken, die mich heute Nacht herumgetrieben haben. Keinesfalls tief gedacht. Ich arbeite noch daran, versuche eine Antwort zu finden…

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