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Wut, die raus muss.

Da regt sich ein Land auf über den Despoten, der in einem anderen Land König wird. Spricht im Vorfeld beruhigend auf das Volk ein: Erst mal abwarten. Wird schon nicht so schlimm…und wird dann um so lauter. Nebenher wurden und werden in auch in diesem Land ähnliche Möglichkeiten großgezogen. 

„Wenn es hart auf hart kommt, zähle nur ich.“, „Wieso soll ich Selbstzweifel haben? Das ist etwas für Schwächlinge.“ „Das bringt mich nicht weiter, das mach ich nicht.“ Massen an Narzissen, Egozentrikern, Egoisten bevölkern das Land. Es werden nicht weniger. Denn jeder soll am weitesten, am höchsten, am optimiertesten sein. Wer das nicht schaft, nicht mitmachen will, wer Mitgefühl zeigt und vielleicht sogar an die Folgen seines Tun denkt. Wird abgehängt. Frauen verdienen für die gleiche Arbeit deutlich weniger….noch immer. Im Jahr 2017. In einem Land, das sich der Gleichberechtigung rühmt. Und dann sagt jener, der darüber Recht sprechen soll, ich wiederhole: Recht: Selbst schuld. Kannst eben nicht verhandeln.

Menschen leiden unter anderen. Niemand hört zu. Was interessieren mich Deine Probleme, Ängste, Sorgen? Hauptsache ich. Hauptsache ich komme weiter. Hauptsache, Hauptsache, Hauptsache….Ich bin über Dir. Ich schaue auf Dich hinab. Ich bin größer, weiter, schneller. Du bist der Abfall der Evolution. Mein Konto ist voller, ich bin mehr wert. Du hast wenig. Du hast mir damit auch wenig zu sagen. Ja, ich habe die Firma an die Wand gefahren. Dafür verdiene ich jetzt eine Entschädigung. Was mit den Angestellten wird? Egal. Ich habe das Geld schließlich verdient. Sie haben einen Arbeitsvertrag bekommen, der rechtlich nicht haltbar ist? Mir doch egal. Klagen Sie doch. Sie verlieren eh. Sie haben doch gar kein Geld für den Anwalt. Sie wollen Bafög haben? Verklagen Sie Ihren Vater, damit er Unterhalt zahlt. Wie, der ist nicht auffindbar? Dann machen Sie doch eine Ausbildung. Schau, ein toller neuer Modemarkt! Ganz billig. Es brannte sein Werk, Menschen starben, weil Gesetze gebrochen wurden? Egal. Wann kommt Nachschub? Sollen sie doch froh sein, Arbeit zu haben. Oh, die hatten Zwangsarbeiter in der DDR? Wir empören uns kurz. Ach, egal, das ist ja vorbei heute. Ich kaufe den Tisch für 30 Euro… Zum Glück die Augen verschließen vor jenen, die noch immer Schutz hier suchen müssen. Aber wehe, die Turnhalle ist belegt. Eine Wohnung gebe ich Ihnen nicht. Sie haben ja Kinder. Eigenbedarf. Was soll man machen? Ich bin im Recht, wir können vor Gericht. Wieso reden? Wir lassen es andere entscheiden. Sie werden ja sehen.

Zum Glück aber, zum Glück. Kann man auf andere Despoten schauen. Auf anderer Länder Hass und Ungerechtigkeiten. Sich echauffieren und den Blick vom hier abwenden. Zum Glück die Augen verschließen davor, was falsch läuft. Zum Glück sind es die anderen. Nicht wir. Waren wir noch nie. Zum Glück. Zum Glück.

 

Es ist kalt. So kalt. Es ist Zeit aufzubegehren, das Spiel nicht mitzumachen. Denn spielen kann man nur mit jenen, die auch mitspielen. Und wenn da niemand ist? Was dann?

 

photo credit: Simon Matzinger Despair. via photopin (license)

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