Zum Inhalt springen

#Spurenleser mit Johanna Diehl, Pinakothek der Moderne

Ein Tag München. Ganz ohne Verpflichtungen. Einfach nur Zeit. Meine Museumsliste stand. Viel kann man nicht schaffen an einem Tag, aber ich freute mich darauf. Ein Museum kam noch auf dem Weg in der Bahn hinzu, davon möchte ich hier berichten. 
Im Zug nach München stolperte ich über einen Tweet der Pinakotheken:



Die Pinakotheken mit dem Jüdischen Museum? Ich folgte dem Link und gelange zur Ausstellungsbeschreibung „Johanna Diehl: Ukraine Series“ . Spannend, dazu noch ein Tweetwalk zu den Spuren jüdischen Lebens in München. Leider werde ich nicht mehr da sein. Die Pinakotheken reagierten auf mein Bedauern. Die Ausstellung ist ja trotzdem da, also nichts wie hin – sogar mit Freikarte. Danke nochmal an dieser Stelle! 
Johanna Diehls Arbeiten zeigen ehemalige Synagogen in der Ukraine in ihrer heutigen Funktion, oder Nichtfunktion. Sie sind Turnhallen, Geschäfte, Sitzungssäle oder stehen leer. Ein Spiegel jüdischen Lebens. Ja, es ist bedauerlich, aber es ist wie es ist. Vielleicht nennt man das einfach Leben. Es sind Räume, die durch die Nutzung erhalten werden, z.T. erkennt man ihre alten Strukturen. Wer träumt mag daran denken, sie einst wieder umzuwidmen, als Synagogen, Gemeindezentren. Wer träumt…
Wir leben hier in einem Land, in dem Synagogen gebaut und mit großen Gesten eröffnet werden. Doch wie lange werden wir sie brauchen – in dieser Größe? Es ist nun einmal so, Dinge verändern sich, Kirchen werden zu Synagogen, Synagogen zu Turnhallen…Die Spuren und die Geschichten bleiben erhalten. 
Das Thema, das Diehl wählte, ist kein neues. Gibt es richliche Publikationen ähnlicher Art. Allerdings sind sie in meiner Erinnerung immer schwarz-weiß. Diehls Arbeiten bersten vor Farbe, vor Schärfe. Sie sind mehr als Dokumentation. Mehr gibt es im Katalog zu sehen, denn die zwei ihr zugestandenen Räume machen Neugier auf mehr. 
In jedem Fall einen Besuch wert. Bis zum 6. März kann man sie sehen. Wer in München ist: #Spureleser werden, am 7. Februar ist es soweit. Ich bin gespannt und werde mitlesen.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

19 − vier =