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Schlaflos

Es ist nach Mitternacht, die innere Uhr spricht von nachmittag, gerade so. Das Thermometer draußen zeigt 10°C. Der Mond in dieser Nacht mit Wolken umhüllt. Ein rennendes Wochenende. Ruhe gesucht und nicht gefunden. 

Der Blick aus dem Fenster verspricht sie bald, die Ruhe, Ruhe für die Stadt. Dort, wo sonst ein Auto neben dem anderen steht, ist nun mehr Freiraum als Parkraum. Fünf Autos sind geblieben, zwei von ihnen stehen seit Jahren am selben Fleck. Vielleicht so, wie die Menschen in Berlin. Es ist die Zeit der Familienreisen, die Menschen reisen weg – primär, in Berlin, wenige bleiben, die, die seit Jahren schon…. Ein paar Touristen verirren sich in die Stadt. Weihnachtliche Stimmung scheint schwer und schwerer zu fallen abseits der Einkaufstempel. Frühling als das passendere Motto – in ein zwei Wochen werden auch die Supermärkte sich mit Schokoladenhasen und Liköreiern diesen Gedanken anschließen.

Ich suche die Ruhe, die ich schon so lange verlor. Etwas besser ist es seit wenigen Wochen – nicht genug. Zuviel Unruhe sammelte sich in mir, zuwenig Kraft sie zu vertreiben. Ich will die Augen schließen vor all dem, das da draußen vorgeht. Den Dingen, die den Schlaf und das Glücklichsein rauben, den Dingen, die keine Antworten kennen. 
Ich will mich widmen den Stapeln von Büchern, die so lange schon wartenm gelesen zu werden, den Stapeln, die gelesen und gelernt sein müssen. Es wird besser, langsam. 
Es ist diese seltsame Zeit, in der ich so außerhalb von allem zu leben scheine. Das Land schließt nun für zwei Wochen. So viele Dinge bleiben zu tun, so vieles offen und es bleibt nur: warten. Kein ruhiges Warten, denn die Arbeit geht weiter. Die Stapel höher. Sie warten auf die Öffnung des Landes im neuen Jahr. Warten, dass das Leben wieder beginnt. Die Menschen sich von ihren Familientagen erholen, die Stadt sich wieder füllt, die Parkplätze besetzt sind und vielleicht sogar, dass der Winter kommt. Solange liege ich, schlaflos und höre alle Fragen, immer wieder.
Der Mond ist vorbei gezogen. Kein Blaulicht fährt vorbei, keine Scheinwerfer durchleuchten den Park. Es ist spät geworden. Die Stadt ist leer und vielleicht, ganz vielleicht kommt auch ein wenig Ruhe zu mir, in diesen letzten Tages des Jahres.

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