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Come on baby, light my fire. Die wunderbare Welt des Hanukkakitsches.

Hanukka beginnt dieses Jahr schon Anfang Dezember, genauer am Abend des 6. Dezember. Zeit also, zu schauen, was der Markt so hergibt. Denn kein jüdisches Fest wird so wild verdekoriert, wie Hanukka. 

In der Tradition ist Hanukka genau genommen eher unwichtig. Wir feiern zwar einen Sieg, juchee, einen Sieg. Die Wiedereroberung Jerusalems und des Tempels nach dem Makkabäeraufstand. Zeus musste aus dem Tempel ausziehen und die Menora, der siebenarmige Leuchter sollte wieder seine Aufgabe übernehmen. Aber oy wej, es gab nicht genug Öl. Das Wunder geschah, und das gefundene Öl reichte doch tatsächlich für acht Tage, bis neues Öl herbeigeschafft werden konnte. So die flapsige Kurzfassung. Ein wenig Wunder darf ja auch mal sein.
Was davon geblieben ist, ist das Fest, das im nichtjüdischen Sprachgebrauch auch als Lichterfest bezeichnet wird. Eigentlich ein kleines schönes Fest, an dem an acht Tagen die Hanukkia (der neunarmige Leuchter) jeden Tag mit einer Kerze mehr angezündet wird. In der Zeit der brennenden Kerzen wird gespielt, die Arbeit ruht. Ein schönes Familienfest, bei dem man die Eltern auch mal gut per Dreidel abzocken kann. Oder andersherum…das Hanukkagelt ist ja eh meist aus Schokolade.
Das kleine stille Fest, das man als außen stehender lediglich an den Kerzen im Fenster oder den Hauseingängen mitbekam wurde mit dem Aufstieg von Weihnachten mehr. Es schien fast ein Wettrüsten stattzufinden, das in Deutschland noch nicht wieder einsetzte, aber schon langsam zu erkennen ist: es wird dekoriert!
Persönlich war Hanukka für mich in den USA die schönste Zeit. Ich gebe zu, ich mochte es, durch die Straßen Miamis zu fahren und die Häuser mit ihren Weihnachts- und Hanukkadekorationen zu sehen, ich mochte es sehr, in den Malls alle möglichen Dekorationen nebeneinander zu sehen, der Weihnachtsbaum neben der Hanukkia neben dem Kwaanzaleuchter. Vielleicht mag ich Hanukka auch deshalb so sehr, weil es für mich in der Zeit dort zum Symbol eines gleichberechtigten und unbeschwerten Nebeneinanders geworden ist – wenn auch nur für diese Zeit.
Zurück in Deutschland fühlt man sich auch zurück gestuft in Fragen Design und Spaß am Fest. Irgendwie ist hier alles, was an Judaica zu bekommen ist, mit einer Schicht Langeweile belegt, Spießigkeit vielleicht und zuviel Ernst und Schwere. Dagegen muss etwas getan werden. Denn Hanukka ist nicht nur ein mittelhässlicher Hanukkaleuchter vor dem Brandenburger Tor. Auch, wenn ich selbst es bei einem einfachen Leuchter belasse – Deko ist nicht so mein Talent, so freue ich mich an den wilden Dingen, die es so da draußen gibt. Vor allem aber an der Unbeschwertheit am Fest, die uns hier in Deutschland wohl noch fehlt. So also bitteschön, ein kleines Sammelsurium an Hanukkakitsch.

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