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Hat Europa, die Welt, nichts gelernt?

http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de/

Ich sitze im Zug. Fahre durch das Land, dass ich doch so sehr liebe. Ich kann fahren, wohin ich will. Ich darf es. Europa ist offen für mich und irgendwie auch die Welt. Und bis vor wenigen Wochen dachte ich noch, dass es nur eine Frage sein: WOHIN ich fliehen wollte, wenn ich müsste. Ich dachte und glaubte daran, dass Europa, die Welt gelernt habe. Ich dachte, dass man die Fehler nicht wieder machen wollte, nachdem man all die Millionen Toten als real ansehen musste, all die Menschen, die nicht fliehen konnten, dass man es nie wieder zulassen würde, dass Menschen einfach getötet werden, weil sie andere Meinungen hatten, andere Religionen oder einfach eben nur noch so aussahen, wie man es wollte. 

Und nun? Nun wiederholen sich die Bilder. Menschen, die es glücklich in einen Zug schafften, in der Hoffnung auf Freiheit, werden die Freiheit nicht erlangen. Züge werden umgeleitet, in Lager, Menschen werden behandelt wie Verbrecher, weil sie ihr Leben retten wollten, eine Zukunft für sich und ihre Kinder suchen, die sie in ihrer Heimat nicht mehr haben können, die ihnen genommen wurde. Menschen werden markiert, weggesperrt, gedemütigt und nach Jahren wird man sich auf die Schultern klopfen und sich zur gelungenen Rettung der Flüchtlinge gratulieren. Und niemand wird (wieder) fragen, was sie erlitten haben, wie traumatisiert sie sind und wie viele ihrer Angehörigen ermordet wurden. Alle werden Retter gewesen sein und letztlich haben wir nur einem Bruchteil helfen wollen, wieder nur die gut ausgebildeten, die, die wir „brauchen“ können.
Dieser Tage wird mir klar, dass die Welt aus allen Flüchtlingsdramen nichts gelernt hat, dass nicht die Menschen zählen, dass über Zahlen gesprochen wird, nicht über Leben. Mir ist klar geworden, dass es nur wenige Fluchtwege gibt und geben wird für jene, die fliehen müssen und nur die wenigsten können es schaffen.
Tröstend bei all dem ist das Engagement der Einzelnen, die unermütlich freiwillig helfen, Menschen, die ihre Regierungen auffordern, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, Menschen, die auf Einkommen verzichten, um in den Aufnahmezentren zu helfen und Menschen, die das einfachste machen: Geld geben. Danke dafür!

Ein Kommentar

  1. Hoffmann Hoffmann

    Man sollte ebenso nicht nur an den Symptomen arbeiten sondern auch die Ursachen die dazu führen vermeiden.
    Frau Wagenknecht hat nicht ganz unrecht.
    http://www.spiegel.de/polit

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