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#8 Shalom, Chaver

Es ist ein müder Tag. Ich scheine nur noch zwischen absoluter Schlaflosigkeit oder unendlicher Müdigkeit zu pendeln. Mein Körper rebelliert, will sein merkwürdiges Verhalten aber nicht abstellen. Und so bleibt nicht so viel als den Tag mit Lesen zu verbringen. Der Computer spielt die Musik nach eigener Entscheidung…und dann seit langem wieder dieses Lied.

Ich habe die Platte so sehr lang nicht mehr gehört, kenne aber jedes Lied so tief in mir. Ich hörte sie einst ohne Pause hoch und runter: Shalom, Chaver. Und sie schafft es noch immer, diese Sehnsucht ist da, wieder da, die Sehnsucht nach dem Land, dass es spätestens mit dem Mord am Freund (Chaver) Rabin nicht mehr geben würde. 
Es ist eine seltsame Sehnsucht, die mich doch immer wieder befällt. Eine Sehnsucht, die nichts mir der Realität zu tun hat. Eine Sehnsucht, wie sie wohl alle Juden durch die zweitausend Jahre Diaspora hatten und wohl auch immer noch hatten. Die Realität gewordenen Träume sehen oft anders aus. Die Sehnsucht bleibt. So schrieb auch Amos Oz in seinem „Der Berg des bösen Rates“ von seinem Protagonisten, dass er nun schon drei Jahre in Jerusalem wohne und noch immer Sehnsucht habe. Ich bin also nicht allein, war es wohl auch nie. 
Und gleichzeitig ist es die Musik, die mich immer wieder zurück bringt, die israelische Musik. Mit der Sehnsucht in der Musik, mit der Freude und der Zuversicht…und der Melancholie. 
Heute ist wieder solch ein Tag. Ein Tag der Sehnsucht nach einer anderen Welt. Einer Welt, wie sie sich ein Volk so lang erträumte…es hat etwas anderes bekommen. Aber die Träume sind nicht gestorben, sie bleiben und es gibt Menschen, die weiter an sie glauben und dafür einstehen. Für ein Miteinander unter allen Menschen. 

Dieser Beitrag wurde in der NaBloPoMo-Reihe geschrieben, jeden Tag im Juli ein Post bloggen. Mehr dazu gibt es hier zulesen.

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