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#3 Geheimnisse

By Stougard (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons
Was für ein Thema: Geheimnisse, ein großes Thema. Ich grüble schon den Tag, was es Geheimes über mich geben könnte. Was würde man mir nicht zutrauen? Wenn ich das wüsste. 
Ich habe also beschlossen darüber zu schreiben, was offensichtlich doch viele erstaunt: ich hasse einkaufen. Noch schlimmer: Schuhe kaufen. 

 

Was andere als Entspannung, Ablenkung, Selbstbefriedigung der anderen Art empfinden ist für mich eine Qual. Seien es die einfachen Dinge wie Lebensmitteleinkäufe oder die ganz schwierigen: alles, was mir an den Körper muss. Solle ich allen in den Supermarkt gehen müssen, geht es schnell und zielstrebig. Man kann mich bestrafen damit, dass ich einkaufen gehen muss. Meist landen die immer gleichen Dinge im Korb, bloß raus hier, ganz schnell. 
Schlimmer, viel schlimmer ist es, wenn es um Kleidung geht oder gar Schuhe. Es ist nicht nur das Problem, dass ich keine Ahnung habe, was mir steht. Ich verstehe einfach nicht, wie man dabei Vergnügen empfinden kann. Es ist nun so, dass ich im Vergleich mit anderen kaum Kleidung besitze. Meine Garderobe besteht aus Basics, die mit Basics kombiniert werden. Mehr nicht. Man kann also, sieht man mich täglich, meinen, ich würde meine Kleidung nie wechseln. Ich bin nicht bereit für Experimente. Ich nehme das, was ich immer nehme und trage es, bis es zerfällt. Dann wird es mit den gleichen Teilen ersetzt. Zum Glück gibt es meine Lieblingsteile immer…wenn das nicht mehr so wäre, hätte ich ein ernsthaftes Problem. 
Die Steigerung ist der Schuhkauf. Ich besitze (bin grad noch mal zum Schrank gegangen) fünf Paar Schuhe: Sneaker aus Leder, Sneaker aus Stoff, schwarze Pumps halbhoch, das gleiche Modell nochmal in hoch und ein Paar Winterschuhe. Das war es und ich finde das noch immer viel, sehr viel. Die Sneaker kommen immer von der selben Firma, online. Die Pumps wurden einst mit zielsicherem Griff des Lebensmenschen ausgesucht, die halbhohen folgten nach. Ohne ihn wäre ich in diesen Punkten so oder so aufgeschmissen. 
Und manchmal, ganz manchmal erinnere ich mich an meine Kinderzeit, als neben dem Kino ein Schuhladen war, ein kleines Geschäft, das ab und an Kinderschuhe hatte, in dem auch meine immer gleiche Eintrittsbegrüßung „Ich hab aber einen hohen Spann“ lächelnd beachtet wurde. Damals war die Entscheidung einfach: was passte wurde gekauft. Ich erinnere mich an die Hocker im Laden, die schrägen Rückseiten, an denen man die neubeschuhten Füße zur besseren Betrachtung ablegen konnte. Das entschwinden der Verkäuferinnen, die bald mit Kartons wiederkamen, wackelnd gestapelt auf ihren Armen. Dieser kleine Kindheitsladen, so schmal und bis zur Decke mit Schuhkartons versehen….ich vermisse ihn. Was geblieben ist, ist der hohe Spann…und die Entenfüße…
 
Ist das ein Geheimnis? Sicherlich nicht. Geheimnisse sind aber das, was sie sind, Geheimnisse. Und so sollen es bleiben. 

Dieser Beitrag wurde in der NaBloPoMo-Reihe geschrieben, jeden Tag im Juli ein Post bloggen. Mehr dazu gibt es hier zulesen.

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