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Die Absage der Jüdischen Kulturtage in Berlin – Ein falsches Signal

Fast schon ruhig erschien es um die jüdische Gemeinde Berlin. Zumindest bekam ich kaum noch etwas mit. Meinen letzten Umzug scheint man nicht verzeichnet zu haben, so bekam ich auch die Gemeindezeitung mit ihren ewigen Gegendarstellungen und Schuldzuweisungen für was auch immer nicht mehr mit. Eigentlich doch ein ganz schönes ruhiges Leben. 

Und dann? Dann diese Schlagzeile: 

Ich frage mich, bitte? Was macht Ihr? Ihr sagt das Einzige ab, dass ein Signal nach außen sendet, dass wir offen sind, dass wir nicht unter uns bleiben wollen und vor allen in den letzten Jahren, dass wir verdammt noch mal mehr sind als ewig melancholisches Klezmergedudel?
Man begründet die Absage damit, dass man der Stadt Geld sparen will. Berlin reagiert indes verwundert. Wie wohl jeder sonst auch. Man fragt sich wieder mal und öffentlich, was in den Köpfen des Gemeindevorstands vorgeht. Dass es nichts gutes ist, wissen wir seit der letzten Wahl. Dennoch, das ist entschieden der falsche Weg. Fakt ist, die Berliner Gemeinde ist pleite. Das ist nichts Neues. Sparen ist schwierig, sind die Gehälter und Sozialausgaben zu hoch. Wie wäre es denn damit, wenn man einfach wieder den Vorsitz ehrenamtlich übernehmen würde, statt mit sechsstelligem Jahresgehalt. Das ging doch ganz hervorragend die Jahre vor der letzten Wahl. Und wie wäre es, wenn man nicht mehr alles gratis mit Rundumversorgung anbietet? Einige wenige Mitglieder zahlen Beiträge, davon werden einige viele Rechnungen bezahlt. Sie sollten es zumindest. Persönlich hätte ich z.B. noch nie etwas dagegen gehabt, für „meine Synagoge“ noch einen monatlichen Extrabetrag zu zahlen, um die Arbeit dort zu ermöglichen und vielleicht eben auch die Gebetbücher etc. finanzieren zu können. Vielleicht ja auch mal eine neue Torarolle. Alles undenkbar in Deutschlands größer Gemeinde. Vielleicht aber wird es Zeit, solche Aspekte zu diskutieren. Außerdem ist es auch nicht immer nötig, eine teure Veranstaltungsagentur zu buchen, um alles zu organisieren. Man bekäme es auch anders hin. Sparpotentiale hätte es auch bei den Kulturtagen gegeben. Wenn wir sie ach als „unsere Kulturtage“ betrachten könnten. Vielleicht aber war es auch ganz anders und man hat schlicht vergessen, einen Antrag einzureichen. Wundern würde es mich nicht.
So bleiben uns wenigstens noch das Jüdische Filmfest und die Lange Nacht der Synagogen. Oder muss man damit auch wieder Signale setzen?

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