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Museumsbesuch: Kunstmuseum Ahrenshoop

Das Kunstmuseum Ahrenshoop Ein Jahr ist es nun her, dass ich das (weitere neue) Kunstmuseum Ahrenshoop besuchte. Mit reichlich Ausstellungsräumen, Galerien und Kunstmuseen (ja, es gibt mehrere), versucht der Ort noch irgendwie an die Geschichte der Künstlerkolonie, die er schon sehr lang nicht mehr ist, anzuknüpfen.

Vor einem Jahr, waren die architektonisch an die alten Häuser auf dem Darß erinnernden Gebäude noch nicht ganz fertig und doch fand man bereits eine Ausstellung zur Kunst in und aus Ahrenshoop. Es war eine schöne Ausstellung in durchaus großartigen Räumen. Ich war begeistert und freute mich über eine Bereicherung.
Dass das Museum sich danach kaum mehr mit dem Ort beschäftigen würde, wurde mir schon damals mitgeteilt. Nun, dafür gibt es auch die anderen Orte im Dorf.

Nun also wieder hin. Der inzwischen festgesetzte Eintritt von acht Euro ließ mich für diesen kleinen Ort schlucken. Bis sechs Jahren kommt man noch kostenlos rein, Schüler für drei Euro, andere Ermäßigungen vier Euro. Nun, wenn es das Museum hergibt, kann man das gern zahlen. Das Kunstmuseum Ahrenshoop befindet sich offiziell in gemeinnütziger Trägerschaft eines Vereins. Mich wundert allerdings die Gemeinnützigkeit. Betrachte ich andere Kunstvereine, die wirklich gemeinnützig arbeiten und diesen Status nicht erhalten.

Nun aber hinein. Zwei Ausstellungen hat das Museum derzeit zu bieten. Zum einen:

Signale der Unruhe. Eine deutsche Begegnung.

Deutsch-deutsche Kunstgeschichte in ungewöhnlichem Dialog.
Mit großen Namen und Bildern, die unter die Haut gehen.

zum anderen:

Rainer Fetting – Mauerstücke.

Ich will vor allem die erste Ausstellung betrachten: „Signale der Unruhe. Eine deutsche Begegnung.„. In der Tat wartet sie mit großen Namen auf, u.a.: Gerhard Altenbourg, Georg Baselitz, Anselm
Kiefer, Wolfgang
Mattheuer, Otto Niemeyer-Holstein, Alfred
Partikel, Wolfgang Peuker, Willi Sitte und nach Suchen auch ein Werk einer Frau: Nuria Quevedo

Da hängen sie also, die großen Namen. Und dann? Nichts. Ich gehe durch die Räume, von Bild zu Bild und nichts passiert, absolut nichts. Eine Kälte strahlt aus, eine Beliebigkeit von zusammengehängten Namen – aber eben nicht Werken. Ein Gefühl für die Korrespondenz zwischen den Arbeiten: Null.

Ich lese nie, von wem welche Arbeit stammt. Wenn es von Bedeutung für mich ist, erkenne ich es. Ich erkenne, wie man eben Namen erkennt, auch hier, registriere und gehe weiter. Irgendetwas stimmt nicht in der Ausstellung. Und Ich lande immer wieder beim Wort Kälte. Kälte im Sinne von Herzlosigkeit. Ich kann es nicht anders ausdrücken, als dass es (auch ohne dass ich den Untertitel der Ausstellung bis eben kannte) nur um große Namen ging, die locken sollen und letztlich in der Art der Präsentation nicht gewinnen können.
Es rettet vielleicht noch das große Sintflut Bild von HAP Grieshaber – vielleicht aber auch mehr, weil es mich irgendwie an die Kindheitsgrafiken erinnert und es Spaß macht alles auf ihm zu entdecken. Einigermaßen verwirrt und enttäuscht gehe ich weiter zu Reiner Fettings Mauerstücke. Hier wiederum erscheint der Raum zu klein für die großformatigen farbgewaltigen Werke, ich fühle mich erschlagen und muss schnell wieder raus. Vielleicht hätte man ihm das gesamte Haus widmen sollen, so dass die Arbeiten mehr Raum haben. Auch hier erschließt sich mir der Titel nicht ganz. Beide Ausstellungen sollen offensichtlich an den Mauerfall anspielen, Fettings Arbeiten aber spielen nur zum Teil damit.

Zum Museum selbst. Ich liebe den Bau noch immer. Es sind großartige Häuser. Allerdings verwirrt mich nun, dass nicht mehr die Rede davon ist, dass der Entwurf von Architekturstudenten stamme. Ganz stringent scheint man in der Legendenbildung des Museums nicht zu sein.
Ein Café gibt es inzwischen auch, sehr klein, aber ausreichend. Die Musik und Geräusche der Kaffeemaschine, die von den Mitarbeiterinnen laut plaudernd getestet wird aber, sind kontraproduktiv. Man sollte doch besser die Tür schließen, um nicht zu sehr in die anderen Räume zu schallen.

Das Haus nimmt – im Gegensatz zu den anderen im Dorf – nicht an Vergünstigungen (z.B. für Inhaber der Kurkarte) teil. Auch sonst kann ich mich inzwischen des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich eindeutig in Konkurrenz präsentiert, was ich sehr schade finde.

Alles in allem muss ich leider sagen, dass von meiner anfänglichen Begeisterung nichts geblieben ist. Es mag sein, dass es daran liegt, dass man mich nicht mit Namen locken kann, nur mit Qualität und dem Gefühl von Liebe zum Metier. Das ist eindeutig fehlgeschlagen. Würde ich das Museum empfehlen? Ich habe meine Zweifel. Eher würde ich Darßbesucher in die angestammten Häuser schicken, die auch gleichzeitig noch etwas Geschichte in sich tragen. Die Künstler mögen unbekannt sein, aber so gibt es wenigstens noch etwas zu entdecken und man kann sich sehr wohl fühlen. 

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