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Wenn Weihnachtsmärkte zu Wintermärkten werden

Weihnachtsmarkt Schloss Charlottenburg 2

Beim kurzen durchblättern der Neuigkeiten heute morgen, dachte ich zunächst an einen Scherz. Nur sollte man im Treiben des Gutmenschentums und seinen Blüten nicht mehr an Scherze glauben.
Weihnachtsmärkte sollen „in Rücksicht auf andere Religionen“ keine Weihnachtsmärkte, sondern nun mehr Wintermärkte sein.
Ich verschluckte mich kurz am Morgenkaffee. Aha, jetzt waren also die Weihnachtmärkte dran. Und ich frage mich: Habt Ihr nichts anderes zu tun? Es sind Weihnachtsmärkte, PUNKT. Neben jeder Menge Schund wird dort Weihnachtskram verkauft – kein Winterkram. Es stehen Weihnachts- und nicht Wintermänner herum, Weihnachtspyramiden, keine Winterpyramiden und vergessen wir mal gänzlich, die so sehr verstörenden WEIHNACHTSBÄUME. Also, wenn wir konsequent sein wollen, dann bitte auch kein Nadelgehölz mehr vor Rathäuser, auf Marktplätze, in Einkaufszentren. Eine schöne Ulme täte es doch auch.

Gut, auf dem Berliner Alexanderplatz geht ein Markt in den nächsten über. Meinem Augenschein nach im Übrigen ganzjährig Weihnachtsmarkt. Aber das? Ich bitte Euch, das ist doch nicht wahr. Und Ihr wundert Euch, dass man Euch in all dem nicht mehr ernst nehmen kann? Ich finde es absurd und merkwürdig anbiedernd.

Andererseits bin ich aus den USA noch gewohnt, dass man sich „Season’s greetings“ sendet, allerdings sehe ich hier Konsequenz. Ich weiß nicht, welcher Religion mein Gegenüber ist und irgendein Fest wird schon sein. Aber auch dort kehrt man wieder zu den Weihnachtswünschen zurück. In der Mall stehen Rentiere neben der Hanukkia. Manch einer denkt auch noch an Kwanzaa.   Juden haben keine Hanukkamärkte. Auch das Jüdische Museum hat den seinen m.W. wieder eingestellt. Das Beste dort war übrigens der Weihnachtsbaumschmuck in Dreidelform etc., think about it.

Warum also gebt Ihr sprachlich alles weg, was uns doch zu uns gehört? Die deutschen Weihnachtsmärkte sind berühmt. Sie sind bei weitem bis auf wenige Ausnahmen zwar nicht mehr so schön wie früher, darum sollte man sich viel eher kümmern. Wenn ich auf einen Weihnachtsmarkt gehe, was schon selten genug der Fall ist, will ich auf einen Weihnachtsmarkt gehen. Keinen x-beliebigen Markt, der zufällig im Winter irgendwo steht. Ich will den fürchterlich schmeckenden Glühwein (oder auch nicht), ich will die ganzen überflüssigen Holzschnitzereien, gestrickte Dinge, will Lebkuchenherzen, Pyramiden, Weihnachtskrippen und vor allem kandierte Äpfel. DAS ist Weihnachtsmarkt. Und hier spielt keine Religion eine Rolle. Es ist (manchmal) gemütlich, es leuchtet schön im winterlichen Dunkel, gelegentlich kann man Schlittschuh laufen und manchmal ist man einfach nur froh, wieder weg zu sein.

Aber es ist ein Weihnachtsmarkt und der gehört nun mal zu dieser Jahreszeit, nicht nur in diesem Land.

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