Zum Inhalt springen

Zur Demonstration heute

Heute, eigentlich gleich findet in Berlin wieder die sogenannte „Al Quds Demonstration“ statt. Wie jedes Jahr wird nicht nur in Berlin gegen Israel gerufen. Wie jedes Jahr kann es zufällig vorbeikommenden Touristen, die als Juden erkennbar sind, passieren, beschimpft zu werden. Dieses Jahr allerdings vermutlich noch mehr. Die Stimmung ist aufgeheizt.

Längst scheint es mir ein Vorwandt zu sein. Längst geht es nicht mehr um Frieden. Wenn Frieden gewollt wäre – von beiden Seiten, wäre die Region nicht da, wo sie jetzt ist. Die Bevölkerung eines kleinen Streifens Land muss zahlen für seltsam anmutende Fantasien von Extremisten, die sonst keinerlei Rückhalt mehr haben.

Nur heute, heute wird in Berlin einiges anders sein. Ich rechne mit vielen gewaltbereiten Demonstranten, die vielleicht nach den Medienberichten in den vergangenen Tagen darauf achten werden, nicht mehr Juden per se den Tod zu wünschen, aber dennoch einem Staat und damit der gesamten Bevölkerung des Landes. Man möge sich selbst über den Ursprung dieses Tages informieren, bevor man mitmarschiert, in vielleicht bei einigen noch guter Absicht.

Doch eines wird anders sein heute. Heute werden nicht nur einige versprengte Grüppchen versuchen, ihre Transparente dagegen hochzuhalten. Heute werden es mehr sein. Ich hoffe es. Und dennoch, dennoch habe ich die Befürchtung, dass es zu Ausschreitungen kommt. Die Polizei ist vorbereitet, damit rechne ich. Und ich hoffe, es wird nicht zuviele geben, die diesen Tag als Ausrede für Krawall nutzen.

Und ich hoffe, immer mehr, dass auch die Menschen endlich sehen, wie sehr die Menschen in Palästina unter den Bedingungen leiden, wenn die Fördergelder nicht in Schulen und BIldung, in Aufbau der Wirtschaft und ein besseres Leben gesteckt, sondern in Tunnelbau, Raketenbeschaffung und Aufrechterhaltung der teils menschenunwürdigen Situationen. Denn wären die Menschen zufrieden, hätten Extremisten keinen Zuspruch. Könnten die Menschen ihre Arbeitsplätze auch in Israel wieder aufnehmen, ginge es ihnen besser und vielleicht auch den Firmen die einst auf sie vertrauten.

Ich wünsche mir Frieden. Und ich wünschte, dass sich die europäische Welt mit all ihrer Energie und ihrem Elan so sehr für all die anderen Regionen einsetzen würde, wir für diesen Streifen Land. Ich wüschte, man würde die Augen in all die Ecken dieser Welt werfen, in denen die Menschen von ihrer eigenen Regierung unterdrückt und benachteiligt werden, in denen Frauen erniedrigt, Vergewaltigungen als Kriegswaffe eingesetzt werden, in denen Kinder keine Lebenschancen hätten, in denen Religion allein und nicht Demokratie den Ton angibt. Oder ganz einfach, wie es Richard Schneider kürzlich twitterte:

Alles, was ich eigentlich sagen wollte. Ich wünschte, es wäre wirklich ein Schabbat Schalom. Frieden für Alle. Egal ob im Nahen Osten, in Afrika, Asien, Europa, Berlin. Ich wünschte, niemand würde mehr sterben müssen. Ich wünschte, man würde beginnen, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Das Glück des Lebens und was wir daraus gewinnen können.

Bitte passt heute in Berlin auf Euch auf. Es wird ein unruhiger Arbeitstag für mich. Aber ich weiß, dass viele aufstehen. Meine Angst ist im Moment nicht mehr die selbe, wie noch ein paar Tagen. Doch sie ist erwacht und sie ist wachsam. 

Ein Kommentar

  1. Anonym Anonym

    "Denn wären die Menschen zufrieden, hätten Extremisten keinen Zuspruch."
    Das ist westliches Denken und beweist (in diesem Fall "widerlegt") sich am besten darin, wenn man diese Menschen hier im Westen beobachtet, wo sie Bildung, Wohlstand und politische (inkl. relig.) Freiheit haben …. – "diese Menschen", ja, ich meine Muslime, egal was dieser Benz sagen mag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

17 − 5 =