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Die Krautreporter, „Feministinnen“ und meine Mailboxen

Ich habe ziemlich lang überlegt, die Krautreporter zu unterstützen. Eine Passage eines Artikels überzeugte mich allerdings. Hier sagt Linus Neumann auf Netzpolitik.org:

Mir stellt sich die Frage: Können wir als Netzgemeinde uns ein Scheitern dieses Projekts überhaupt erlauben

Da hatte ich mein Geld schon gegeben, die Bauchschmerzen waren etwas geringer. Womit ich nicht rechnete waren die Angriffe, denen ich fortan ausgesetzt war, als Frau die Krautreporter unterstützt zu haben. Ich habe diese Nachrichten nicht veröffentlicht, doch letztlich kommen sie nun in allem zusammen, was ich in einer ruhigen Minute in mein Buch schrieb und hier nun öffentlich mache.

Ja, es stimmt, es sind zuwenige Frauen bei den Krautreportern. Ein Auslöser übrigens, warum ich mein Geld gab und es auch kund tat. Hat allerdings eine der Prangerinnen und jene, die mich jetzt dafür angreifen, gelassen damit umzugehen gefragt, WARUM? Vielleicht gibt es auch Gründe die nichts mit Allseits gesehenen männlichen Übermacht zu tun haben? Vielleicht wollten nicht mehr Frauen dieses offensichtliche Risiko eingehen? Vielleicht fanden sich keine, die bestimmte Themen besetzten? Vielleicht fehlte das Selbstvertrauen? Vielleicht wurde gerade eine (befristete) Stelle ergattert? Vielleicht, vielleicht.

Selbst aufgewachsen in feministisch-intellektuellen Kreisen mutet mir dieses Prangern merkwürdig an. Pochend auf sprachlich verunstaltende Endungen weil Frau sich sonst ausgeschlossen fühle. ICH NICHT! Ich verdammt nochmal nicht. Mir wurde nie ein weibliches Minderwertigkeitsgefühl eingeimpft.

Es mag daran liegen, dass keine Kindheit nicht durch das Alleinverdienerfamilienidyllmodell geprägt war. Es mag daran liegen, dass meine männlichen Bezugspersonen mich immer gleich aufwogen, mich fordernd förderten, keinen Unterschied machten, nicht Sie und auch die Mütter nicht. Ich kenne das nicht. Lehrer, die s mitunter taten, lehrte ich ein Besseres und hatte so mehr Achtung als mancher XY-Geborene.

Dieser westdeutsche Feminismus ist mir fremd und absurd. Genauso absurd, wir Frauen, die sich bewusst, gewollt und manchmal auch gezielt in männliche Abhängigkeit begeben. Dennoch, es ist ihre Sache, solange man nicht versucht, mich zu indoktrinieren. Egal von welcher Seite. Ich bin ich! Jeder entscheidet selbst über sein Leben (und ob er diese Reporter nun unterstützt oder nicht). Wir werden sehen, ob die Krautreporter die inzwischen viel zu hohen Erwartungen erfüllen werden. Eines aber gilt für ich: ich will ihnen eine Chance geben, da ich mehr erwarte als das tägliche Paste und Copy. Und ich werde keinen Unterschied machen, welches Geschlecht welchen Artikel schrieb. Es ist mir egal. Er muss gut sein. Das reicht. Ist er es nicht, somit der verrissen. Basta.

Und Ihr „Feministinnen“, die Ihr Euch noch Eure Vagina entdecktet, als es in meiner Welt um Umweltzerstörung, Atomkriege und Zwangsadoptionen ging, kümmert Euch bitte um wirklich wichtigere Dinge als meine Geldverteilung, wichtigere Dinge als Sprachregelungen und reparierte Euren Mist auch mal allein, statt immer gleich nach (männlicher) Hilfe zu schreien. Und bitte bitte, schreibt mir keine Nachrichten mehr. Bei mir gibt es nichts zu missionieren.

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