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Jom Kippur Gedanken

Nun ist es also da, das neue Jahr. Seltsam, für mich beginnt es wirklich immer erst nach Jom Kippur. Auch, wenn ich nicht mehr in die Synagoge gehe, Jom Kippur ist da, mit aller Gewalt, mit allem Gefühl. so richtig damit gerechnet hatte ich nicht.
Ich habe nicht gefastet, meine Kleidung war bunt, und Jom Kippur war doch da. Ich fühlte mich, wie der einzige Jude auf Berlins Straßen, und Jom Kippur war doch da.
Früher, wenn ich nach dem G’ttesdienst wieder auf die Straße trat, kam es mir so seltsam vor, dass alles „da draußen“ weiterging. Das Leben weiterlebte. Dass die Menschen nicht dieses Gefühl hatten, in ihnen, tief in ihnen…dieses ganz besondere Gefühl, das man wohl nur nach einem Jom Kippur haben könnte…seltsam kam es mir vor.
Nun, gestern war ich selbst irgendwie einer dieser Menschen „da draußen“ und dennoch war der Jom Kippur in mir. Tief in mir. Immer sicherer werde ich, dass wir, egal was wir tun, dieses Gefühl in uns haben. Dass wenn wir einmal Teil der Rituale waren, sie uns nie ganz verlassen werden. Ein gutes Gefühl ist das..ein warmes Gefühl.

Auch, wenn ich nicht dort saß und mit allen gefastet habe, wenn ich nicht die Gebete sprach…es ist auch so Jom Kippur. Immer, egal wo ich bin.

2 Comments

  1. NOA NOA

    Gmar chatima tova, Juna
    Shana tova und viel viel Briut fuer dich
    Noa

  2. Ach Noa, Du Liebe! Hab viel an Dich gedacht, die Tage.
    Gmar chatima tova!

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