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Berlin in Aufruhr

Unruhig ist es geworden in Berlin. Nicht nur in Schwaben gibt es „Wutbürger“. Berlin und seine Politiker, konkret gesagt der Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg (einer der sogenannten In-Bezirke) ist wohl zu weit gegangen. Die Grundstücke auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Spree auf der Rückseite der EastSideGallery wurden verkauft und sollen nun mit Luxusbebauung in Form von Eigentumswohnungen und Hotel „verschönt“ werden. Ganz abgesehen davon, dass man damit mit den eindeutigen Bürgerwillen übergangen hat, hat man der Privatbebauung nun auch die EastSideGallery unterworfen und wollte zig Meter entfernen. Das ging zuweit. Nicht nur Kreuzberg-Friedrichshain stand Kopf, die ganze Welt entpörte sich. Und es geht weiter. Wir wollen unser Berlin wenigstens an einer Stelle retten. Damit es nicht so aussieht:

Geplante Bebauung Todesstreifen an der EastSideGallery Foto:  Bündnis East Side Gallery Retten
Die Menschen sollen weiter mit dieser Leerstelle an dieser Mauer langgehen können. Die zwar viel bunter als die meiner Kindheit ist, die aber nur wirkt, wenn sich dahinter keine Häuser auftürmen. Es werden übrigens noch Unterschriften gebraucht. Ganz einfach hier zu leisten. 
Doch was steckt eigentlich dahinter? Dahinter steckt der unreflektierte Ausverkauf der Stadt ohne Plan und Sinn. Der Grüne Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg Dr. Franz Schulz hat es dieses Mal nicht mehr geschafft, mit seiner üblichen Strategie zu siegen. Normalerweise hat es immer geklappt, sich einfach an die Spitze einer Protestbewegung zu stellen, wenn sich im Bezirk Aufruhr regte. Bis dato schienen alle darauf hereinzufallen. Er ist ja ein „Grüner“, der muss gut sein. Die Zeiten sind vorbei. Herr Schulz hat alle Verträge unterschrieben. Behauptete aber bis zum Schluss, dass er gar nichts gemacht hatte. Es gibt also Hoffnung für die Stadt. Die Bürger sind aufgestanden. Innerhalb von zwei Tagen wurden aus 300 Protestlern an der Mauer 7.000. Die Zerstörung ist vorerst gestoppt. Nur der Bau soll weiter erfolgen. Ein Kommentar auf der Unterschriftenseite sagt es ganz kurz und deutlich, was hier gerade passiert:

I am Real Estate consultant and I know this kind of projects in historic locations KILL the market and the city….It takes away the soul of the city.

Was mich betrifft, so habe ich in den letzten Tagen und Wochen aber Hoffnung geschöpft. Gerade, dass so viele Menschen für den Erhalt der Mauer kämpften zeigt mir, dass die Berlinbewohner keine gleichgültige Masse sind, dass es noch Menschen mit Sinn und Verstand gibt und dass es sich lohnt zu kämpfen, für Mauer, Parks und Bäume.

Wir lassen uns unsere Stadt nicht weiter kaputt machen. Wenn nur noch die ewig gleichen Touristenmassen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt juckeln, wenn es keine Künstler mehr gibt, die das Leben hier lebendig erhalten, voller Ideen und auch viel Unsinn, aber am Leben. Wenn alles tot saniert und sterilisiert wurde, dann werden die Politiker der toten Stadt hinterhertrauern und natürlich keine Schuld tragen.

Berlin ist Berlin nicht wegen seiner Politiker, sondern trotz ihrer. 

Ihr Politiker Berlins zerstört das Herz dieser Stadt. Es schlägt immer unregelmäßiger. Das wird es nicht durchhalten und stehenbleiben. Die Seele der Stadt wird sterben und damit alles, was sie lebenswert macht. 

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