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Abschiede

Die zweite Hälfte diesen Jahres scheint für mich durch Abschiede geprägt zu sein. Auch dadurch eine Zeit, neu zu ordnen.

Sehr liebgewordene Kollegen gingen – in eine (bessere) gesicherte Zukunft, der beste Freund, seit 14 Jahren musste „über die Regenbogenbrücke“ gehen, wie man sich im Tierkrematorium ausdrückte…zurück blieb ich. Mit der Sicherheit, ihm Gutes getan zu haben, aber in unendlicher Einsamkeit, ohne das Lachen, ohne das unvoreingenomme Freuen, des Freundes. Und letztlich ist nun auch ein mir naher Mensch gegangen. Auch hier, besser für ihn, denn das Gehirn wollte mehr und mehr nicht mehr. Dennoch, der Mensch, der zurückbleibt, ist ein Stück ärmer geworden.

Wenn ich jetzt aus dem Fenster sehe, sehe ich die Bäume, die an den Spitzen gelb und rot gefärbt sind, vermisse die Sonne mehr und mehr und zweifle jeden Morgen, was man nun anziehen soll. Funktionieren, einigeln, Winterschlaf vorbereiten. Und gleichzeitig Aufregung täglich. Täglich über den Ausverkauf dieser Stadt. Die Zerstörung ihrer Pfründe…und die Suche nach kleinen Freuden, die doch vorher so sehr einfach von diesem Gesellen geliefert wurden, wenn er plötzlich und unerwartet irgendwo noch einen Ball fand und mit Begeisterung sich auf ihn stürzte.

Nun also wieder aufs Rad, Energie tanken. Jetzt, wo die Straßen wieder frei sind und man entspannt fahren kann – ohne sich über regellose Träumer aufregen zu müssen und vielleicht mal eine Weile nicht mehr als Unfallhelfer helfen zu müssen.

Ja, ich bin noch da – irgendwie.

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