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Wahnsinn dieser Welt

In den letzten Tagen frage ich mich immer öfter, was da draußen vorgeht. Wahnsinn in dieser Welt. Regierungen töten ihre Völker, Verrückte töten fremde Menschen, weil sie glauben, dadurch in den Himmel zu kommen – oder was auch immer, Frauen töten ihre Kinder, weil sie Angst haben, ihre Männer könnten sie entdecken, das Klima unseres Planeten wird wegen kleinlicher lobbyistischer Motive aufs Spiel gesetzt, Spieler können mit Milliarden an den Banken zocken und die Staaten müssen es auffangen…was ist eigentlich los?

Heute morgen dachte ich noch, welch Glück wir haben, hier. Wir können morgens im Trocknen liegen, warm umhüllt von unseren Decken, Frühstück im Kühlschrank, Kleidung im Schrank, genügend Wasser für reichlich Toilette…uns geht es so gut. Wir sollten dankbar sein, für dieses Glück, hier geboren zu sein. In solch einer Welt leben zu dürfen und vor allem sollten wir auch zurückgeben. Doch was passiert? Unzufriedenheit scheint das höchste Gut zu sein. Ich verstehe es nicht. Es wird gemeckert, sich in Dinge eingemischt, die unwichtig sind, von denen man keine Ahnung hat. Es wird mehr gewollt, immer mehr. Konsum als vermeintlicher Heilsbringer. Bewusstheit gibt es in unserer Gesellschaft nur selten. Alles wird als selbstverständlich hingenommen. Doch, wie schnell kann es vorbei sein? Was wäre, wenn bei uns die Bomben auf Häuser flögen? Wenn wir nicht wüssten, ob wir abends noch unsere Lieben wieder sähen. Wenn das Heim nicht mehr da ist, wenn wir nach der Arbeit nach Hause kämen? Wenn wir nicht mehr wüssten, was wir am nächsten Tag essen sollten? Wir uns die einfachsten Dinge nicht mehr kaufen könnten. Wenn es sie nicht einmal mehr gäbe?

Ich wache weiter auf und bin dankbar. Ich kaufe bewusst, nur, was ich brauche. Ich reduziere den Müll…versuche etwas zurückzugeben von meinem Glück. Und vor allem, versuche ich, jeden Tag zu leben, wirklich zu leben. Gelähmte Tage sind genug in meinem Leben. Doch sie sollen nicht die Überhand gewinnen. So mache ich mir all mein Glück bewusst. Das Glück, über das manch einer nur die Nase rümpft. Aber es ist da.

Glück heute bedeutet, mal wieder ins Museum zu gehen. Mich heute zu freuen, nicht wieder durchweicht vom Regen anzukommen. Und wenn doch, es mit Humor zu nehmen. Glück heute heißt auch zu lesen. Mir wieder Bücher zu leisten. Das Rascheln des Papiers. Und auf den Sommer zu warten.

Schlossgelände vor Beginn der Bauarbeiten Foto: Juna

Schabbat Schalom.

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