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Gesucht, gefunden und nun?

Gestern ging es durch die Medien. Ein weiterer Nazi sei offensichtlich gefunden worden – in Budapest. In dem Land, in dem Laszlo Csatary bereits 1948 zum Tode verurteilt wurde. Nur, er war nicht da. Und jetzt…wie lange ist er schon wieder in Ungarn? Lebt er unter seinem richtigen Namen dort? Nachdem es in Kanada offensichtlich auch niemanden störte, ihm Unterschlupt zu gewähren.

Nun, ich will nicht vorschnell urteilen. Doch macht es mich wütend. Immer wieder die selben Geschichten. Uralte Männer werden endlich ausfindig gemacht – und was wird passieren? Nichts. Ich wage zu bezweifeln, dass man den 97jährigen noch vor Gericht stellen wird. Bestimmt wird seine Gesundheit schlagartig zu schlecht sein, eine Verhandlung durchzustehen. So, wie es zu oft schon passierte. Es geht eine Schlagzeile durch die Welt und irgendwann hören wir dann, dass das alte Urteil aufgehoben wurde, sonstige Tricks gefunden wurden oder dass ihm eine Haftstrafe nicht mehr zuzumuten sei. Alles Zeichen von demokratischen Gesellschaften. Soweit so gut.
Bin ich sonst Verteidigerin des gleichen Rechts für alle, so setzen diese Gedanken bei mir in diesen Fällen aus. Ich kann es nicht. Empfinde keine Genugtuung. Werde nur noch sarkastisch. Anders ist es nicht zu ertragen. Diesen Tanz, der folgt. Von stolzen Jägern, selbstzufriedenen Staatsanwälten, gelassenen Verteidigern. Denn wir alle wissen, was folgt Csatary wird in Ruhe sterben, zuhause, in irgendeinem Seniorenheim…was auch immer. Und er wird nie bereut haben…

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