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Die Wohnung – The Flat

Ein kleiner ruhiger Film…ein Zufallsfilm, will man Arnon glauben. Seine Großmutter stirbt und er ist mit der Kamera dabei, wie ihre Wohnung aufgelöst wird. Schon mancher Film entstand so – mit Entdeckungen. Bei Gerda Tuchler findet sich in der Hinterlassenschaft eine Ausgabe des „Angriffs“…der Beginn, dieser Geschichte. Der Nachforschungen über eine Vergangenheit, von der niemand in der israelischen Familie wusste und offensichtlich wissen will. Die geradezu Verstrickung von Kurt Tuchler (Arnons Großvater) und Baron von Mildenstein, dem Vorgänger Eichmanns, ist der offensichtliche rote Faden des Films. Spannend. Eine Geschichte, die unbekannt ist. Offensichtlich selbst für die Tochter Mildensteins, die an die absolute Unschuld ihres Vaters glaubt(e?).

Neben all den hsistorischen Punkten, die so spannend sind. War es doch für mich das Nebensächliche, was den Film ausmacht. Das Unwissen beider Generationen – jüdisch und nichtjüdisch. Das, was sie eint ist, das Schweigen ihrer Vorgeneration und das nicht fragen können, dürfen. Arnon nun bricht das auf, er stellt fragen und letztlich bekommt er seine Mutter auch dazu, etwas zu fragen…sich etwas dafür zu interessieren. Arnon bekommt, durch die Briefe, die Geschichte, die er aufdeckt selbst eine Geschichte – in einem Leben, das nur von Gegenwart gekennzeichnet war. Und so ging und geht es doch vielen von uns. Nur die Gegenwart zählt. Will man etwas über die Vergangenheit wissen, so stehen Mauern im Weg, die man oft genug nicht überwinden konnte. Wenn es dann doch gelang, so war es zu spät. Das Wissen ist mit den Zeugen gestorben.

Am Ende des Films wird auf dem Jüdschen Friedhof Weißensee das Grab des entdeckten Urgroßvaters gesucht. Es steht kein Stein mehr. Und ich frage mich, wie es sein muss, Gräber zu haben, zu denen man gehen kann – zumindest einen etwaigen Ort. Seine Fragen und Zweifel an einen Stein richtend, an einen Flecken Erde. Erst da ist mir aufgegangen. Das ich das nicht habe. Mit geht es ähnlich, wie Arnon. Meine Geschichte fängt erst wirklich nach dem Krieg an. Nur dei Gegenwart zählt.

Der Film hat mich wieder etwas zurückgebracht zu meinen Wurzeln. Etwas, was ich in letzter Zeit nicht betrachten konnte. Was unter den Alltagssorgen unterging. Und ich empfand doch wieder eine Verbindung. Mein Hebräisch ist fürchterlich schlecht – aber es war mehr da, als ich vermutete. Und es fühlte sich warm an. Ein kleiner Funken von „Zuhause“ war in diesem Film. Ein gutes Gefühl, ein guter Film!

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