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Begegnungen…

Eigentlich passiert, bis auf den normalen Wahnsinn, nicht sonderlich viel in meinem Leben bisher. Irgendwie geht es mir ganz gut, die Angst, einen meiner Jobs zu verlieren schwebt über mir, aber auch das wird funktionieren. Soviel habe ich inzwischen gelernt…

Neulich sprach ich mit einer  Freundin über Partnersuche. Frauen unseren Alters haben ja bekanntlich aus unterschiedlichen Gründen Probleme damit, so man nicht ohne Herz und nur mit Kopf einen Mann sucht. Frauen, die ausschließlich einen jüdischen Partner suchen stehen vor noch größeren Problemen. Was mir nun im üblichen Singleleben erlebe ist so konträr zu dem, was jüdische Männer erleben, dass es mir schon eine Erwähnung wert ist. Ich spreche hier nur von Jüdinnen/ Juden, die keinen gesteigerten Wert auf jüdische Partner legen, sondern einfach nur jemanden suchen, mit dem sie eine gute Partnerschaft haben können.

So sehe ich bei meinen männlichen Freunden, dass, sobald ihr Judentum zum Thema geworden ist, der Reiz auf die Frauen noch gesteigert wird. Da fragt man sich doch warum? Gibt es eine Art positiver Vorurteile zu jüdischen Männern? Der eine nutzt diesen besonderen Reiz aus, um schnell ans Ziel zu gelangen, dem anderen ist es unangenehm – so, wie es vermutlich auch mir gehen würde.

Und bei den Frauen, also auch bei mir erlebe ich das Gegenteil. Irgendwann kommt die Herkunft ja zur Sprache und es ist unsinnig, es zu verheimlichen, spätestens beim Gartenfest mit Spanferkel oder zu Weihnachten fällt auf, dass etwas anders ist. Für jüdische Frauen scheint es keinen Reizbonus zu geben. Im Gegenteil. Männer nehmen Abstand. Sei es nun, dass sie denken, die Speisegesetze seien zu kompliziert (Was bitte ist denn komplizierter, als bei Vegetariern?), sei es, dass sie vermuten, dass man aus einer reichen Familie kommt (jaaa, Vorurteile, ich wünschte manchmal, sie würden stimmen) oder einfach nur die Angst, dass man die Männer in der ersten Nacht erstmal beschneiden wird? Ich finde es sehr verwunderlich und auch frustrierend. Was ändert sich denn an mir, nur, wenn man weiß, dass ich manche Tiere nicht esse, dass ich manche Feiertage nicht von mir aus feiere. Ich bin doch der selbe Mensch. Interessant bei diesen Begegnungen ist auch, wie tief manche Vorurteile (siehe reiche Herkunft) stecken. Genauso tief, wie die Vorurteile zu Ost und West, Frauen und Männer…nur treffen sie noch mehr ins Innere und ich fühle mich nicht mehr wohl.

Und wäre ich gern ein Mann? Ach manchmal schon, dann hätte man dieses „Problem“ zumindest nicht mehr.

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