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Das Buch des Lebens

Jom Kippur ist noch nicht lange her. In der Tradition wird an diesem Tag besiegelt, wer ins Buch des Lebens für das kommende Jahr eingeschrieben wird. Ein Bild, was für manch einen sehr schön sein kann. Für mich immer problematisch. Heißt es doch schlicht gesagt, dass man eingeschrieben und besiegelt wird, wenn man ein guter Mensch war. Das selbe Bild führte vor ein paar Jahren zu großer Aufruhr, als der Oberrabbiner Israels äußerte, dass also die Ahnen der Shoaopfer Sünden begangen hätten. Ein furchtbares Bild und ein unsinniges Bild.

Was mich aber heute zu diesem Eintrag bewegt ist etwas persönliches. Es läßt mich nicht an meinem Glauben zweifeln. Ich bin zu tief verwurzelt, als dass ich erschüttert werde, wenn etwas nicht passt. Ich glaube eben nicht an dieses Buch des Lebens. Ich denke, dass man auch ohne diese „Drohung“ gut und respektvoll miteinander umgehen muss.
Nun also erreichte mich die Nachricht, dass ein recht junger Mensch im Krankenhaus läge, man warte auf seinen Tod in einer Stunde bis einem Tag. Hirnschlag. Dieser Mensch ist ein guter, freundlicher Mann. Er hat keinem etwas getan. Und die Familie, die Freunde stellen sich die Frage, warum? Was sagt man dann? Nichts sagt man. Man weiß es nicht. Wir können nichts beeinflussen. Die Natur nimmt ihren Lauf. Wir können sie kaum beeinflussen. Wir können nur hoffen, dass er nicht leiden musste und dass vielleicht etwas Gutes wartet, wenn das Herz stehen bleibt.

Viele Menschen denken jetzt an Dich, Deine Menschen sind bei Dir. Mach’s gut, Luc.

1 kommentar

  1. Karl Karl

    "vielleicht etwas Gutes wartet"

    Juna, wieso "vielleicht"?

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