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Matot

…heißt der momentane Wochenabschnitt. Es geht kurz gesagt um Schwüre. Dass wir jene Schwüre, die wir uns selbst auferlegen auch halten müssen.
Gleichzeitig aber ist dieser Abschnitt ein gutes Beispiel dafür, wie die Tora den Gegebenheiten angepasst wird. So geht es hier auch darum, dass Frauen, solange sie im Hause ihres Vaters oder Mannes leben, zwar schwören könne, diese Schwüre vom Vater oder Ehemann wieder aufgehoben werden können. Man mag kurz denken, typisch…und wie sagte gestern die Rabbinerin? Nun, also von einem feministischen Text kann man bei der Tora nicht sprechen. Ja, aber! Es gibt dennoch ein aber. Bekommt der quasi Vorgesetzte den Schwur der Frau mit und hebt ihn nicht sofort auf, so ist er bindend. Also ein bischen Freiheit? Was ich aber eben als schönes Beispiel finde, im Etz Hayim steht in etwa, dass das eine Regelung aus einer Zeit ist, in dem Frauen noch dem Vater oder Ehemann unterstellt waren und heute nicht mehr überall so gilt. In The Five Books Of Miriam steht eine Passage, die zu denken gibt, egal welche Zeit wir haben: „Although the Torah allows men to annul women’s oaths, it doesn’t work the other way around. And unfortunately, if men make foolish vows or fail to fulfill solemn ones, it is often women who suffer the consequences, […]“
Wir haben also zwei Seiten, die eine die Aufhebung einer offensichtlich überholten Regelung. Frauen stehen heute für sich selbst und unterstehen niemandem mehr (zumindest in unserer Umgebung). Allerdings können nun auch Frauen dumme Schwüre schwören und es ist fraglich, wer hier die Konsequenzen zu tragen hat.

Letztlich müssen wir schlicht sorgsam damit umgehen, Eide abzulegen oder Versprechungen machen, die nicht haltbar sind. Allerdings scheint unsere Gesellschaft momentan darauf zu bauen, viel zu versprechen und nichts zu halten.

Schauen wir, was die nächste Woche bringt. Schawua tov.

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