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Zug der Erinnerung

Der Zug der Erinnerung fährt wieder, d.h. er hält. Dieser Tage ist er in Berlin und endlich auch für mich Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen, mit den Menschen zu sprechen, die diesen Zug möglich machen, die noch immer kämpfen müssen, um an Bahnhöfen zu halten und die glücklicherweise nicht still bleiben in ihrer Arbeit auch an die Schuld der Bahn, der damaligen Deutschen Reichsbahn zu erinnern. Die Bahn, nun die Deutsche Bahn, scheint sich mit ihrer Vergangenheit einfach nicht auseinandere setzen zu wollen. Keine Aufarbeitung der Geschichte, keine Unterstützung, kein Eingeständnis. Aber wie weit wäre dieser Krieg, diese Vernichtung gekommen, wenn es nicht die Zuverlässigkeit der Bahn gegeben hätte? Was, wenn niemand in ein Lager, niemand an die Front transportiert hätte werden können? Man versucht diesen Gedanken weiter zu denken. Noch heute gibt es Menschen, die mit keinem Zug fahren können, da die Erinnerung vorhanden ist…an Viehwaggons, an Familientrennungen, an Gleise in Lager.
Die DDR-Geborenen sind auch noch mit der Deutschen Reichsbahn aufgewachsen, mit sehr eindeutigen Symbolen……

Und ich, ich stehe wieder dazwischen, denn irgendwie verdanke ich auch der Bahn meine Existenz, oder sagen wir einfach das Überleben meiner Großmutter – in einem Bahnhof, dort ist auch meine Mutter geboren, dort war die Befreiung und durch den Bahnhof auch Schutz vor vielem, was in dieser Zeit passierte – auch nach ’45. Ein zwiespältiges Gefühl.

Dennoch, zurück zum eigentlichen. Der Zug der Erinnerung. Es lohnt sich, eine kleine, mit Liebe gemachte Ausstellung, betreut von Menschen, denen das Thema am Herzen liegt, die alles ehrenamtlich machen. Zehn Menschen nur, zehn Bürger diesen Landes, auf das man so nur stolz sein kann. Aber daher wird das wohl das letzte Jahr sein, dass der Zug rollt… ich hoffe, sie überlegen es sich noch einmal, ich hoffe, sie bringen die Energie auf, weiter zu machen, ich hoffe, sie sehen, die Menschen, in der Ausstellung, die diese Orte brauchen um zu lernen.

Hier ein paar Impressionen:

Ein Waggon des Zugs der Erinnerung
                                                                                                                                                        Ein Waggon des Zuges.

Ein Eindruck von der Ausstellung:

Halt in Berlin-Schöneweide:

Der Zug hält bis Freitag, 21. Mai noch in der Friedrichstraße.

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